Real Networks kauft Listen.com

Real Networks hat gestern bekannt gegeben, den Online-Musik-Anbieter Listen.com für rund 36 Millionen Dollar zu übernehmen. Mit dem Kauf will Real seine Stellung im Markt der Online-Abonnements ausbauen.

Bisher ist die Firma mit rund 900 000 Abonnenten Marktführer für Online-Video-Abonnements. Listen.coms Rhapsody-Abo-Plattform soll nun dafür sorgen, endlich auch im Musikbereich eine größere Zahl von Kunden zu gewinnen.

Rhapsody startete vor gut einem Jahr praktisch zeitgleich mit den Konkurrenzangeboten Pressplay und Musicnet als kostenpflichtiger Musikdienst. Bisher hat keine der Plattformen eine nennenswerte Zahl von Kunden für sich gewinnen können. Genau Angaben zur Größe seines Kundenstammes macht deshalb auch keiner der Beteiligten. Listen.coms CEO Sean Ryan sprach anlässlich des Verkaufs lediglich davon, seine Firma besitze mehrere zehntausend zahlende Kunden.

Unter Kritikern gilt Rhapsody dennoch als das am weitesten fortgeschrittene Angebot. An Stelle von kopiergeschützten Downloads setzt die Plattform komplett auf Streaming. Für einen monatlichen Festpreis von rund zehn Dollar lassen sich dabei mehr als 300 000 Songs beliebig oft abrufen. Dazu gibt es zahlreiche Informationen und stilistische Verknüpfungen der angebotenen Platten. Zielgruppe des Angebots sind damit eindeutig Breitband-Nutzer. Zudem bietet Rhapsody seit einigen Monaten gegen Aufpreis auch das Brennen von Audio-CDs an.

Nach Informationen von Real Networks soll Listen.coms Rhapsody vorerst als eigenes Angebot bestehen bleiben. Die Angestellten den Firma sollen zudem in San Francisco verbleiben. Allerdings ist Real zudem auch am Rhapsody-Konkurrent Musicnet beteiligt. Wie sich diese Konkurrenz im eigenen Haus auf Dauer verträgt, ist derzeit schwer abzuschätzen. Möglicherweise könnten beide Angebote kombiniert werden. Rhapsody wäre dann für die Streaming-Seite zuständig, Musicnet für die Downloads. (jr)

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