RIAA-Opfer schlägt zurück

Gegenklage könnte peinliche Details ans Licht bringen
Seit über zwei Jahren kämpft die alleinerziehende Mutter Tanya Andersen darum, ihren Ruf wiederherzustellen. Sie war von der US-Plattenindustrie (RIAA) wegen angeblicher Tauschbörsennutzung verklagt worden. Jetzt könnte ihre Gegenklage interessante Details ans Tageslicht bringen.

Seit ein paar Jahren verfolgt die RIAA Nutzer von Tauschbörsen und versucht durch saftige Geldstrafen, das illegale Downloaden von Musik einzudämmen. Bislang ohne größeren Erfolg. Ganz im Gegenteil.

Tanya Andersen, die vor zwei Jahren verklagt werden sollte, der aber kein Vergehen nachgewiesen werden konnte, holt zum Gegenschlag aus. Wie Wired berichtet, verklagt sie die RIAA aufgrund deren drastischen Eindringens in die Privatsphäre und der dabei gewählten Methoden. Nun könnte die RIAA gezwungen sein, ihre Praktiken vor Gericht detailliert offenzulegen, was zwar hinter verschlossenen Türen geschieht, allen Erfahrungen nach aber schnell ans Licht der Öffentlichkeit gelangen würde.

Dabei könnten unter anderem folgende hoch interessante Fragen beantwortet werden:

- Wieviel die Anwälte der RIAA verdienen
- Warum die durchschnittlichen Kosten für einen Vergleich für Tauschbörsennutzung rund 5000 Dollar betragen
- Wie entschieden wird, welche Tauschbörsennutzer verklagt werden und welche nicht
- Wohin die Gelder aus den Vergleichen fließen (und ob die Künstler überhaupt etwas davon sehen)

Sollten die RIAA-Schnüffler etwa Provisionen aus den Vergleichen in die eigene Tasche schieben, könnte das gesamte Vorgehen der RIAA hinsichtlich Tauschbörsennutzung in Frage gestellt werden, da dies in vielen Staaten illegal sei. Außerdem würden dann massenhaft weitere Gegenklagen eingereicht werden, was enorme Kosten nach sich ziehen würde.

Eine Entscheidung in diesem Prozess wird frühestens Anfang kommenden Jahres erwartet, aber es steht zu vermuten, dass sich die Musikindustrie kommenden Winter warm anziehen muss, wenn sie gegen diese streitbare Mutter bestehen will.

Udo Raaf / Tonspion.de

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