RIAA-Seite lahmgelegt

Der Onlineauftritt der Recording Industry Association of America wurde Ziel eines Angriffs. Eine Denial-of-Service-Attacke, die Webseiten durch eine Vielzahl automatisierter Anfragen lahmlegt, machte riaa.com für vier Tage unerreichbar. Wer dahinter steckt, ist unbekannt. Der Zusammenhang zum mit viel Hallo begrüßten Gesetzesentwurf Howard Bermans ist jedoch offensichtlich.

Der Abgeordnete Berman hatte einen Gesetzesentwurf zur P2P-Piraterie-Bekämpfung ins House of Representatives eingebracht, der es Copyrighteignern erlauben sollte, P2P-Tauschbörsen mit technischen Mitteln zu stören oder lahmzulegen, ohne jedoch Dateien zu beschädigen, in andere Systeme einzudringen oder Viren zu verschicken.
Es ist wahrscheinlich, dass der Angriff auf die RIAA-Website von aufgebrachten P2P-Nutzern ausging. "Haben die im Sommer nichts besseres zu tun, als unsere Seite zu hacken?", fragte ein RIAA-Repräsentant, merklich unbeeindruckt. "Wenigstens haben sie wahrscheinlich gut zehn Minuten lang keine Musik gestohlen."
Wenn die Attacke auch folgenlos bleiben dürfte, zeigt sie doch, dass es dem Verhältnis von RIAA und P2P-Gemeinde an Entspanntheit mangelt. Beide Seiten wähnen sich absolut im Recht, zukunftsfähige Kompromisse werden nicht gemacht. (sc)

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