RIAA warnt Firmen vor tauschenden Mitarbeitern

Mehr als tausend US-Firmen haben jetzt Post von der Recording Industry Association of America (RIAA) bekommen. Ziel der Briefkampagne: Unternehmen sollen ihre Angestellten davon abbringen, während der Arbeit MP3s und Filme zu tauschen.

MP3s am Arbeitsplatz? Das mag die RIAA gar nicht gern. Deshalb greifen sie jetzt zu einem in der Software-Branche schon lange bekannten Mittel: In einem Brief werden mehr als 1000 führende US-Unternehmen gewarnt, dass sie für das Treiben ihrer Mitarbeiter rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. An der Kampagne beteiligen sich neben der RIAA auch die Motion Picture Association of America, die Natioal Music Publishers Association und die Songwriters Guild of America.

Man sei darauf aufmerksam geworden, dass in zahlreichen Firmen MP3s und Filme unter den Mitarbeitern ausgetauscht würden. Dies sei jedoch illegal und könne ähnlich bestraft werden wie das Betreiben illegal kopierter Software auf Firmenrechnern. Man gehe deshalb davon aus, dass die Empfänger des Briefs schon aus eigenem Interesse gegen Musik- und Softwarepiraterie im Firmennetzwerk vorgehen würden.

Um ihnen dabei zu helfen, enthielt der Brief gleich vier Adressen von Firmen wie Websense oder Audible Magic, die sich auf die Kontrolle und Filterung von Inhalten im Firmennetzwerk spezialisiert haben. Interessant sind die Methoden, mit denen diese Firmen gegen Piraterie vorgehen: So hat Audible Magic ein Produkt angekündigt, das Festplatten automatisch nach Copyright-geschützten Inhalten absuchen soll. Dass diese nicht automatisch illegal sind, sondern auch von legalen Download-Angeboten stammen können, muss der jeweilige Arbeitnehmer dann in Zukunft wohl seinem Firmenanwalt selbst beibringen.

Auch wenn der Brief es nicht ausdrücklich aussprach, enthielt er doch die implizite Drohung, nicht kooperationswillige Firmen auch rechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Im April hatte die RIAA damit schon mal exemplarisch ernst gemacht und die Firma ?Integrated Information Systems? (IIS) verklagt. Durch einen Tipp war der Branchenverband darauf aufmerksam geworden, dass in der Firma ein Server zum Austausch von MP3s genutzt wurde. Schließlich einigte man sich außergerichtlich, ISS zahlte eine Million Dollar an die Plattenfirmen. (jr)

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