Schlechte Nachrichten und Good News

Blumfeld trennen sich und Rage Against The Machine raufen sich zusammen
Die Nachricht, dass Michael Jackson gestützt vom Black Eyed Peas-Frontmann Will.i.am erste musikalische Stehaufversuche im Studio unternimmt, ist weder gut noch schlecht, sie ist belanglos. Wenn aber Blumfeld ihre Auflösung bekannt geben und Rage Against The Machine ihre Wiedervereinigung in Aussicht stellen, liegen gute und schlechte Nachrichten nah beieinander.

Eine Band, die den deutschsprachigen Indierock prägte und zum Pop weiterführte, hat ihre Trennung bekannt gegeben: Blumfeld werden sich nach 16 Jahren bewegter Bandgeschichte auflösen.

Die ?Apfelmänner? um Jochen Distelmeyer spalteten spätestens mit ihrem letzten Album ?Verbotene Früchte? ganz vehement und tief die Geschmäcker der Nation. Aus diesem Grund wird diese Meldung der Eine als ?gute?, der Andere als ?schlechte? vernehmen. Unbestritten aber ist, dass Blumfeld in ihren Anfangszeiten mit Alben wie ?Ich-Maschine? und ?L?etat et moi? deutschsprachige Musikgeschichte schrieben ? hierzulande und selbst im Ausland! Zu behaupten, dass diese Auflösung bereits längerfristig geplant war, wäre reine Spekulation, auch wenn die Dinge es vermuten lassen. Ein erstes Abschiedsgeschenkpaket gibt es nämlich bereits: ?Ein Lied mehr ? The Anthology Archives Vol.1? und die dazugehörige letzte Blumfeld-Tour im Frühjahr stehen auf dem Programm und Volume 2 bereits in den Startlöchern. Wie dem auch sei: Eine der politisch wie musikalisch bedeutsamsten Bands mit deutschsprachigem Gesang setzt sich nun zur Ruhe.

Trennt sich eine Band, besteht aber immer auch noch ein kleines Fünkchen Hoffnung auf eine Wiedervereinigung. Auch wenn man es in folgendem Fall für eher ausgeschlossen hielt, kündigt sich bei den Herren von Rage Against The Machine eine Reunion an. Nachdem sich Sänger Zach de la Rocha vor sechs Jahren angeblich im heftigen Streit von den übrigen Bandmitgliedern (die daraufhin bekanntermaßen gemeinsam mit Chris Cornell die Band Audioslave gründeten) trennte, scheinen sich die wütenden Wogen geglättet zu haben. Zumindest gilt der Auftritt beim Coachella Valley Music and Arts Festival als bestätigt. Von einem neuen Album ist noch nicht die Rede, liegt aber im Bereich des Möglichen.

Im Zuge dessen gibt es noch eine weitere Neuigkeit zu vermelden: Seit knapp drei Jahren ist Rage-Gitarrist Tom Morello neben seinem aktuellen Geldgeber Audioslave auch solo, singend und größtenteils mit Akustikgitarre tätig. The Nightwatchman nennt sich das Ganze und wird Ende April in Form des 13 Songs starken und mit hochkarätigen Gastmusikerfreunden ausgestattetem Debüt `One Man Revolution` erscheinen. Ob Audioslave nun deshalb ihre Auflösung bekannt geben werden? Wir werden sehen und dann entscheiden, ob wir eine solche Meldung unter ?good news? oder ?bad news? verbuchen? (bb)

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