Schröder eröffnet Download-Site

Nein, nicht was ihr jetzt denkt. Kanzler Schröder kämpft jetzt nicht auch noch um die Gunst der MP3 Filesharer, um noch ein paar Stimmen im Wahlkampf zu holen. Am 9. August gibt er in Berlin nur den Startschuss für die neue Download-Plattform von Universal Music: popfile.de.

Seltsame Koalitionen in Berlin. Da kommen Kanzler Schröder und Pop-Zicke Jeannette im neuen Domizil von Universal im Spreespeicher zusammen, um ein Downloadangebot zu eröffnen. popfile.de wird erstmal rund 5000 Titel im Angebot haben, die allesamt kostenpflichtig sein werden. Der Startpreis beträgt 99 Cent pro Stück, später soll der Preis der jeweils aktuellen Entwicklung angepasst werden und sich laut musikwoche.de zwischen 50 Cent und 5 Euro (!?!) je nach Exklusivität und Stellenwert des jeweiligen Künstlers bewegen.
Bei dieser Ankündigung kann man sich beinahe schon bildhaft ausmalen, dass sich die nächste Single von Eminem nur noch gegen den Höchstpreis exklusiv im Internet zu haben sein könnte und die Dollarzeichen schon wieder in den Augen so mancher Musik-Manager blitzen. Ob`s so laufen soll und was sich hinter dem Angebot wirklich verbirgt, wird man in ein paar Tagen sehen.

Bei den angebotenen Files wird es sich nicht um MP3 handeln, sondern um ein kopiergeschütztes Windows Media Format, das allerdings auch auf CD gebrannt und auf MP3 Player überspielt werden kann.
Und nein, diese selbstgebrannten CDs werden angeblich nicht nach 30 Tagen explodieren, den CD-Player lahmlegen oder sich heimlich ins Internet einwählen, um die nächsten 5 Euro abzubuchen...!

Um einen erhöhten Anreiz für das kostenpflichtige Download-Angebot zu schaffen, werden die Songs teilweise noch weit vor Veröffentlichung auf CD exklusiv bei popfile.de angeboten. Einen weiteren Vorteil gegenüber Tauschbörsen soll popfile durch zuverlässigere Verfügbarkeit und schnelle Download-Zeiten bieten.
Ausserdem soll das Angebot zukünftig nicht auf Musik von Künstlern aus dem Universal-Stall beschränkt bleiben. Firmen-Chef Renner hat angekündigt, dass alle Marktteilnehmer eingeladen seien, ihre Songs über popfile.de zu veröffentlichen, um dem illegalen MP3 Tausch etwas entgegen zu setzen. Das wird auch bitter nötig sein, denn ein kostenpflichtiges Angebot mit ein paar tausend Titeln, wird kaum einen Stich haben, gegen das beinahe unerschöpfliche Angebot der MP3 Tauschbörsen.
Es gehe ja schließlich um die wirtschaftliche Existenz einer ganzen Branche, so Tim Renner.
Abgerechnet wird über die Telefonrechnung und zudem soll popfile.de auch noch über den T-DSL Anschluss der Telekom vermarktet werden. Na dann kann doch wohl fast nichts mehr schiefgehen, oder? (ur)

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