SEO: Suchmaschinenoptimierung für Bands und Labels

Wie ihr eure Homepage bei Google nach vorne bringt

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist keine Geheimwissenschaft, sondern ein Instrument, das man erlernen muss. Wenn eure eigene Seite nicht bei Google gefunden wird zu den wichtigsten Suchbegriffen, habt ihr ein Problem, das sich aber mit etwas Know-How beheben lässt. Hier erklären wir die wichtigsten Dinge, die ihr beachten solltet.

Grundsätzliches zur SEO

SEO heißt nicht: wie trickse ich Suchmaschinen aus. Ganz im Gegenteil. SEO heißt: wie sorge ich dafür, dass die Nutzer auf meiner Seite das finden, was sie suchen und gerne wieder kommen. Google misst heute hauptsächlich Usersignale, um herauszufinden, ob eine Seite zu einem Thema wichtig oder eher unwichtig ist. Eine gute Website hat also zuerst mit Userfreundlichkeit und guten Inhalten zu tun.

Nachfolgend eine kleine Einführung in die Suchmaschinenoptimierung speziell für Bands und Labels - und alle anderen, die dieses Instrument erlernen möchten. 

 

1. Die Onpage-Optimierung

Die Onpage-Optimierung liegt voll in eurer Hand und ist deshalb am einfachsten umzusetzen. Jede einzelne Seite eurer Homepage ist eine Landingpage zu bestimmten Suchbegriffen. Überlegt euch also ganz genau, wonach die Leute suchen werden, um auf diese Seite zu gelangen. Nutzt dabei wirklich die relevanten Begriffe, es bringt nichts eure User und Google auf die falsche Fährte zu locken. Im Fall einer Band ist der Suchbegriff in der Regel der Bandname.

Crawlbarkeit
Wichtig ist, dass der Googlebot eure Homepage finden und in den Index aufnehmen kann. Dazu müsst ihr sicherstellen, dass eure Seite überhaupt durchsuchbar ist für Google. Meldet sie deshalb bei der Google Search Console an, ein wichtiges Werkzeug, das euch darüber genau Auskunft geben kann mit zahlreichen Hilfetexen, falls etwas unklar sein sollte.

Title Tag
Genauso wie der Name eurer Seite ist auch der "Title" Tag jeder einzelnen Seite von größter Bedeutung. Das ist der Satz, den Google als Suchergebnis anzeigt und der bei euch oben im Browser-Tab erscheint, wenn ihr eure Seite öffnet. Dieser Titel sollte die elementaren Keywords, die tatsächlich gesucht werden, beinhalten. Seid ihr eine Band heißt eure Homepage natürlich: „Bandname“. Mit dem Zusatz „(Official Homepage)“ signalisiert ihr, dass es sich wirklich um eure eigene Seite handelt und nicht um irgendeine Fanseite. 

Jede Unterseite sollte einen einzigartigen Titel haben, Titel verschiedener Seiten dürfen nicht gleich sein, da Google sonst nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Eine Webseite zu einem Album heißt also zum Beispiel: "Bandname - Albumtitel". Tourdaten: Bandname Tourdaten Jahreszahl.

Die Headline h1
Die h1 ist die zentrale Überschrift auf jeder einzelnen Seite. Hier sollten ebenfalls die wichtigsten Schlagworte stehen, die den Inhalt der jeweiligen Seite treffend überschreibt.
Auf der Homepage ist das in jedem Fall euer Bandname und vielleicht noch eine wichtige Aussage, die eure Musik beschreibt. Eine h1 sollte genau einmal pro Seite verwendet werden! Auf der Seite zu eurem neuen Album lautet die h1 „Bandname - Albumtitel“. Auf der Tourseite „Bandname - Tourdaten Jahreszahl“. Eine solche Überschrift hilft auch euren Usern schnell zu erfassen, worum es auf der Seite geht.

Die Headline h2
Die h2 enthält weitere Keywords, es sind klassische Zwischenüberschriften in einem längeren Text. Oder auch die einzelnen Stationen eurer Tour.

Descriptions
Meta Descriptions sind die kleinen Texte, die Google unterhalb eures Seitentitels anzeigt und den Seiteninhalt beschreibt. Sie haben großen Einfluss darauf, ob Leute auf eine Seite klicken oder nicht. Jede einzelne Seite eurer Homepage bekommt eine eigene Description, die neugierig macht, aber die Leute nicht durch übermäß werbliche Ansprache vom Klick abschreckt. "Meta Keywords" spielen heute keine Rolle mehr für Suchmaschinen und können komplett weggelassen werden. 

Texte
Natürlich kann Google die Inhalte eurer Seite am besten über gut lesbaren Text erfassen. Nur Bilder einzubinden reicht nicht für Google. Schreibt also auf jeder einzelnen Seite einen klar verständlichen Text und gebt für alle Bilder "Alt-Texte" ein, also eine Bildbeschreibung. Vermeidet nichtssagende Floskeln wie "Willkommen auf unserer Homepage" oder ähnlichen Käse. Kommt gleich zur Sache und sagt, worum es auf der Seite geht. Langweilt eure User nicht und schreibt auch keine Romane.  Was ist langweilig? Lasst Freunde das entscheiden. Die aufregende Geschichte, wie ihr euch im Kindergarten kennengelernt habt, interessiert tatsächlich exakt niemanden. Wenn ihr keine Geschichte zu erzählen habt, dann denkt euch notfalls eine aus, Hauptsache nicht langweilen. 

Ladezeiten
Je schneller eure Seiten laden, desto besser für eure User. Und alles, was gut für eure User ist, ist auch gut für Google. Google misst das Userverhalten und Seiten, die bei den User durchfallen, werden auch von Google schlechter bewertet. Also: haltet eure Bilder leicht, achtet auf eine ordentliche Komprimierung (.jpg) und verzichtet darauf Bilder in hoher Auflösung auf eure Homepage zu stellen oder aufwendige Flash-Geschichten. Mit dem Web-Tool Pagespeed könnt ihr einfach checken, ob eure Seite schnell genug lädt oder zu viele Elemente hat.

Interne Links
So lange ihr noch nicht viele Links von Presse und Blogs bekommt, müsst ihr selbst eure Seiten gut miteinander verlinken. Baut also auf der Startseite einen Link mit dem Titel „Bandname - Albumtitel“ um auf eure Albumseite zu verweisen. Oder „Bandname Tourdaten Jahreszahl“ um die User auf eure aktuelle Tourseite zu schicken. Diese Links werden auch von Google verstanden und entsprechend indexiert. Wichtig ist der Ankertext. Verlinkt nicht das Wort „hier“ oder „mehr“, sondern immer den Seitentitel der verlinkten Seite. 

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2. Die Offpage Optimierung

Als Offpage Optimierung bezeichnet man alle Maßnahmen, die nicht direkt auf der eigenen Seite passieren. Google wertet nach wie vor Links von großen Seiten auf eine andere Seite als wichtiges Signal, dass es sich um guten Inhalt handeln muss. Diese Links bringen eure Seite im Suchindex enorm voran. Wenn ihr mit eurem eigenen Bandnamen noch nicht auf Platz 1 rankt, kann es also daran liegen, dass ihr noch gar keine Backlinks habt.

Backlinks einsammeln
Achtet bei jedem Artikel der über euch im Netz erscheint darauf, dass eure Bandhomepage verlinkt wird. Bittet im Zweifelsfall einfach darum, diesen Link einzubinden. Das sollte für niemanden ein Problem sein und dauert keine Minute. Je besser die verlinkende Seite bei Google rankt, desto mächtiger und effektiver ist der Link von ihr. 

Pressearbeit
Verweist in eurer Pressearbeit immer auch auf eure eigene Homepage, wo es selbstverständlich auch einen Pressebereich geben sollte, in dem man sich Bilder runterladen oder Videos und Streams embedden kann. Und bietet auf der Homepage einen Newsletter, zum Beispiel im Gegenzug gegen einen kostenlosen Download. So könnt ihr zu euren interessierten Fans Kontakt halten.

Meldet euch bei Submithub an, um eure Musik in Blogs (und damit bei HypeMachine) zu platzieren. Diese Promoplattform ist perfekt dazu geeignet, Feedback von Blogs einzuholen und Kontakte zu knüpfen. Und kostet weniger als das Porto für eine CD. Wenn ihr deutschsprachige Musik macht, schränkt euch auf deutschsprachige Blogs und verschleudert nicht euer Budget.

Social Media
Auch Posts auf Facebook, Twitter oder Google Plus sind relevant, um eure Seite in der Suche nach vorne zu bringen. Alle Inhalte, die ihr auf der Seite postet, solltet ihr also auch darüber posten und dort immer auch den Link zu eurer Homepage setzen. Eure Homepage gehört euch, sie sollte also immer im Zentrum eurer Öffentlichkeitsarbeit stehen.
Ein Wort zu gesponserten Posts: Anzeigen auf Facebook können zwar ganz kurzfristig ein Event bewerben, bringen euch aber langfristig gesehen nichts und sind teuer. Arbeitet also lieber daran, eure Band im Netz zu platzieren, auf den relevanten Blogs und Musikmagazinen, da habt ihr länger was davon. Schaltet niemals Anzeigen, nur um Likes zu bekommen, diese Rechnung geht meistens nicht auf, wenn man das nicht beherrscht.

Fangates 
Wenn eure potenziellen Fans sich endlich auf eure Homepage verirrt haben, sorgt dafür, dass sie wieder kommen und ihr sie jederzeit erreichen könnt. Baut euren Facebook-Like-Button ein, mit dem man euch direkt liken kann. Praktische Tools bietet Addthis, wo man mehrere Services in einem einzigen Widget einbinden kann.

Bietet einen kostenlosen Download an und fragt im Gegenzug nach der Mailadresse eurer Fans. So könnt ihr einen Newsletterverteiler aufbauen und die Leute immer wieder bei Neuigkeiten und Aktionen auf eure Seite holen. Legt auch eine Liste bei jedem Konzert aus, wo man sich einfach euren Newsletter abonnieren kann. Verlost spezielle Fanpacks oder Meets&Greets, um den Newsletter-Verteiler zu bewerben. Und wenn ihr dann schon sehr viele Fans eingesammelt habt, warum nicht ein Crowdfunding organisieren, um euer nächstes Album oder eine kleine Tour zu finanzieren?

Es gibt vieles, was man heute als Band auch ohne Label komplett in die eigene Hand nehmen kann, wenn man sich online professionell organisiert. Bands können das sogar häufig viel besser als Labels, wie unsere Erfahrung zeigt. Wartet also nicht, bis das jemand für euch macht.

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Soweit die elementaren Grundlagen für eure Suchmaschinenoptimierung. Das ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs, aber wenn ihr darauf achtet, diese Punkte zu beherzigen und eure Musik so gut ist, dass sie auch gesucht wird, wird eure Homepage und euer eigener Fanshop künftig auch garantiert gefunden.

Udo Raaf ist Gründer des Musikmagazins Tonspion und Geschäftsführer von ContentConsultants und berät Firmen und Agenturen zum Thema Content Marketing und SEO in Berlin.

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