Social Network Ello wird gemeinnützige Organisation

Facebook Konkurrent verpflichtet sich, keine Daten zu verkaufen

Das Social Network Ello war, kaum gegründet, in allen Medien. Der Grund: ein Manifest, in dem Ello verspricht all das zu bieten, was Facebook uns verweigert. Jetzt lässt Ello den Worten Taten folgen.

Das Manifest von Ello verspricht vieles, was zunächst überzeugend und visionär klingt:

"Your social network is owned by advertisers.
 
Every post you share, every friend you make and every link you follow is tracked, recorded and converted into data. Advertisers buy your data so they can show you more ads. You are the product that’s bought and sold.
 
We believe there is a better way. We believe in audacity. We believe in beauty, simplicity and transparency. We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership.
 
We believe a social network can be a tool for empowerment. Not a tool to deceive, coerce and manipulate — but a place to connect, create and celebrate life.
 
You are not a product."
 

Die Kritik am Manifest von Ello ließ trotzdem nicht lange auf sich warten und sie war heftig. Denn ohne es bekannt zu geben, hatte Ello seine Plattform mit der Hilfe von Venture Kapital gebaut. Und Investoren erwarten in der Regel einen Anteil am Unternehmen und möchten nach wenigen Jahren mit einem dickem Gewinn wieder verkaufen. 

Ello reagierte nun auf die Vorwürfe, dass man das Manifest nur vorschieben würde, um Facebook das Wasser abzugraben und dann selbst zum neuen Facebook zu werden. Das Unternehmen gab heute bekannt, ab sofort eine gemeinnützige Organisation zu sein und darf als solche keine Werbung oder Nutzerdaten verkaufen und auch Firmen, die sich künftig an Ello beteiligen oder die Plattform übernehmen, dürfen das nicht tun. Statt mit Werbung möchte Ello mit einem Shop, vergleichbar mit Apples App-Store Geld verdienen. 

Ob das den Kritikern den Wind aus den Segeln nimmt? Wohl kaum. Auch die FIFA ist auch eine gemeinnützige Organisation, ist aber wegen ihrer Skandale ständig in den Schlagzeilen. 

Was allerdings viel schwerer wiegt als Kritik, ist, dass Ello bisher kaum etwas zu bieten hat. Noch kann man es nur mit Einladung nutzen und wenn man schließlich ein Profil anlegen darf, gibt es bei Ello kaum etwas zu tun. Viel Rummel um ziemlich wenig, vielleicht zu wenig, um letztlich davon zu profitieren, denn wer große Töne spuckt sollte auch abliefern.

Zuletzt hatten sich rund 40000 Nutzer pro Stunde um eine Einladung bemüht. Viele warten bisher vergeblich auf eine Freischaltung, denn die Betreiber hatten mit so einem schnellen Wachstum nicht gerechnet und sich mit der Entwicklung von geplanten Features Zeit gelassen. 

In der Vergangenheit sind viele Plattformen, die viel zu früh gehyped wurden, schließlich gescheitert, weil sich ein Hype schnell ins genaue Gegenteil verkehren kann. Selbst Google hat es nicht geschafft, mit seinem für kurze Zeit gehypten Google Plus Facebook ernsthaft zu gefährden. Den Beweis, dass Ello das schaffen könnte, bleiben die Betreiber bisher jedenfalls schuldig. 

Dennoch: Die Idee eines echten sozialen Netzwerks, vergleichbar mit dem öffentlichen Raum, ist gut und richtig und der Ansturm zeigt, wie viele Menschen unzufrieden mit Facebook sind. 

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