Sony BMG entdeckt die P2P-Technologie

„Mashboxx“ könnte die erste Tauschbörse eines Major-Konzerns werden
Nach einem Bericht der Los Angeles Times plant Sony BMG angeblich - u.a. in Kooperation mit der Tauschbörse Grokster - ein kommerzielles P2P-Portal zu etablieren. Die Idee dafür stamme von Sony-BMG-Chef Andrew Lack persönlich.

Technisch soll das Projekt von Napster-Gründer Shawn Fanning betreut werden und unter dem Namen "Mashboxx" an den Start gehen. Ein genauer Zeitplan für das liegt allerdings noch nicht vor.

Mittels P2P-Technologie soll ?Mashboxx? dem User den Tausch von kostenlosen Promotiontracks ermöglichen. Gleichzeitig sollen aber auch kostenpflichtige Songs in dem Filesharing-Netzwerk angeboten werden. Noch nicht geklärt sind allerdings die rechtlichen Rahmenbedingungen der P2P-Initiative, sowie die technischen Details.

Mit der Umsetzung des Projektes soll in leitender Funktion Wayne Rosso betraut werden, der auf diesem Gebiet bereits einige Erfahrung vorweisen kann. Rosso stand bereits an der Spitze der Tauschbörse Grokster und leitet derzeit den Software-Konzern Optisoft, der das technische Know-How für das P2P-Projekt Blubster liefert. Außerdem soll die Firma SnoCap an dem Projekt beteiligt werden, die derzeit von dem Napster-Gründer Shawn Fanning geleitet wird.

Anerkennung für das ehrgeizige Experiment ?Mashboxx? kommt von Michael Weiss, dem Betreiber der Tauschbörse Morhpeus (Streamcast Network). Er begrüßt zwar die Initiative von Sony BMG, gibt aber im Vorfeld zu bedenken, dass eine Tauschbörse mit limitierten Downloads sich letztendlich nicht bei den Usern durchsetzen wird. Deswegen schlägt Weiss mit seiner eigenen Tauschbörse gleich einen anderen Weg ein: Morpheus wird zukünftig auf die Creative Commons Lizenz setzen. So können Musiker mit Hilfe der der für den 9. November geplanten neuen Morpheus-Software ihre Werke unter der Creative Commons Lizenz veröffentlichen und ihre Songs in dem Morpheus-Netzwerk ohne lästige Einschränkungen anbieten. Durch diese Lizenzierung steht es Musikern frei, ihre Werke zwar rechtlich zu schützen, aber dennoch einer großen Öffentlichkeit unkompliziert zur Verfügung zu stellen, ohne die User dabei zu reglementieren.

Sollte ?Mashboxx? realisiert werden, ist nämlich zu erwarten, dass Sony BMG auf ein komplexes Digital Rights Management zurückgreifen wird, um somit die Kontrolle über ihre Musik (und die Rechner der Nutzer) zu behalten. (js)

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