Soundcloud schließt Deal mit Universal Music

"Die Mehrheit der Musikindustrie ist jetzt unser Partner"

Soundcloud hat in der vergangenen Woche einen umfangreichen Deal mit dem größten Plattenfirma der Welt, Universal Music, abgeschlossen. Damit sichert sich das Berliner Start-Up gegen Urheberrechtsklagen ab und etabliert sich als legale Musik-Plattform. 

 

Soundcloud
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Für Soundcloud ist es eine gute Nachricht: Universal Music lizenziert ab sofort Musik für Soundcloud und profitiert im Gegenzug von Werbeeinahmen und sonstigen Einkünften. Bisher gab es eine Kooperation mit Warner Music und dem Indieverband Merlin. Der dritte Major Sony Music hatte im vergangenen Jahr seine Musik aus Soundcloud gesperrt, dürfte sich aber angesichts der Kooperation mit Universal nun auch wieder zu Gesprächen bereit finden. Schließlich kann keine Plattenfirma auf 175 Millionen musikbegeisterte Nutzer pro Monat so einfach verzichten. 

"Die Mehrheit der Musikindustrie ist jetzt unser Partner", stellt Gründer Alexander Ljung fest. Allerdings hat Soundcloud auch Probleme mit der britischen GEMA, die Tantiemen für Komponisten und Texter einfordert. Rechtlich aus dem Schneider ist Soundcloud also keineswegs. 

Soundcloud Downloader wandelt Streams in Downloads um

Was heißt das für DJs und Musiker, die ihre DJ-Sets und Remixe auf Soundcloud hochladen und verstärkt gesperrt werden wegen Urheberrechtsverletzungen? Nichts Gutes! Denn Teil des Deals dürfte sein, dass Soundcloud nicht lizenziertes Material vollständig von seinem Angebot sperrt. Ein Grund, warum viele DJs Soundcloud bereits den Rücken gekehrt haben, denn Musik im Rahmen eines DJ-Sets ohne die entsprechenden Lizenzen zu veröffentlichen bleibt illegal. Auch inoffizielle Remixe werden es künftig schwer auf Soundcloud haben, denn auch hier sind Rechte betroffen, die den Plattenfirmen gehören. 

Darüber hinaus sollen verstärkte Werbung und ein kostenpflichtiges Angebot dem hoch bewerteten Unternehmen und der Musikindustrie endlich dicke Einnahmen bescheren. Bisher hatte Soundcloud an seinem kostenlosen Modell festgehalten, war zuletzt aber aufgrund der Sperrung von Tracks und Profilen wegen vermuteter Urheberrechtsverletzungen zunehmend in die Kritik empörter Nutzer geraten. 

Soundcloud wurde im Jahr 2007 in Schweden gegründet und hat seinen Sitz in London und Berlin.

Was ist los bei Soundcloud? Streaming Anbieter sperrt Profile

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