Streaming Anbieter Aurous von Musikindustrie verklagt

3-Millionen-Klage drei Tage nach Start

Der Programmierer Andrew Sampson hat einen neuen Streaming Dienst unter dem Namen Aurous veröffentlicht, mit dem das Offline-Streaming ermöglicht werden soll. Nur drei Tage nach Launch verklagten ihn die drei großen Labels auf 3 Millionen Dollar.

Aurous ist eine App, die auf über 120 API-Schnittstellen zugreift und Streaming Anbieter wie Youtube, Spotify oder Soundcloud anzapft. Die dort verfügbare Musik kann dann in der Aurous App im Offline-Modus gehört werden, selbst wenn sie auf den ursprünglichen Kanälen gar nicht mehr angeboten wird. 

API: "Eine Programmierschnittstelle, genauer Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung, oder oft kurz API (englisch application programming interface, wörtlich ‚Anwendungs­programmier­schnittstelle‘), ist ein Programmteil, der von einem Softwaresystem anderen Programmen zur Anbindung an das System zur Verfügung gestellt wird." (Quelle: Wikipedia)

Sampson argumentiert, dass er die Musik nicht selbst hoste und das Angebot damit völlig legal sei. Doch das dürfte selbst im vergleichsweise liberalen Copyright-System der USA eine gewagte und eher naive Auslegung der Rechtslage sein. Die Klage der Musikindustrie ließ nicht lange auf sich warten. Die Anwälte von Sony, Universal und Warner Music fordern eine sofortige Abschaltung des Dienstes, da es sich um eine ganz offensichtliche Copyright-Verletzung handle. Schließlich verfügt Aurous über keinen einzigen Vertrag mit einer Plattenfirma oder einem Künstler.

Von Billboard befragt, ob er daran denke, die Urheber zu bezahlen, äußerte sich der einschlägig bekannte Programmierer so: 

"Nicht im Moment. Man muss verstehen, dass der Offline Player unser Hauptfokus ist und die Suchfunktion nur ein Feature. Wir haben es für Musik gebaut, die schon auf dem Endgerät vorhanden ist. Wir planen nicht, Lizenzverträge abzuschließen, wir nutzen diese APIs und re-lizenzieren diese Daten nur." Wie man etwas re-lizenzieren kann, was man nicht lizenziert hat, lässt er dabei offen.

Immerhin sollen die Künstler, von deren Musik das Angebot leben soll, nicht ganz leer ausgehen: "Wir planen einen Tip-Button einzubauen, so dass man einem Künstler Bitcoins spenden kann, während man seine Musik hört". 

Fun Fact: Auf der Homepage von Aurous befindet sich ein Copyright-Hinweise "All rights reserved". 

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