"The Strokes are the new Duran Duran"

Wieso Nirvana wie Nickelback klingen und die Beatles überschätzt sind.
Endlose Listen und Bücher unterrichten uns in schöner Regelmäßigkeit davon, welche Platten man unbedingt gehört haben muss. Das deutsche Privatfernsehen hat daraus schon Serien entwickelt, in denen Oliver Geißen jeden musikalischen Unfug weg moderiert. Denn allzu oft bleibt bei den so genannten Kritikerlieblingen ein fader Beigeschmack.

Der englische Guardian hat sich ein paar der Heiligtümer der Popgeschichte zur Brust genommen und sie von mehr oder weniger prominenten Musikern rezensieren lassen. Tjinder Singh von Cornershop schlachtet eine heilige Kuh, hält er doch Pink Floyds "Dark Side Of The Moon" für banal: "Lyrically, it`s banal and doesn`t say anything beyond "greed is bad". Radiohead are the 21st-century Floyd, which says it all really".

Green Gartside, besser bekannt als Scritti Politti, nimmt sich die Tonspion-Lieblingen Arcade Fire vor: "People who enjoy this album may think I`m cloth-eared and unperceptive, and I accept it`s the result of my personal shortcomings, but what I hear in Arcade Fire is an agglomeration of mannerisms, cliches and devices", während Eddie Argos von Art Brut den Stone Roses die Schuld dafür in die Schuhe schiebt, dass Oasis entstanden sind. Die pure Freude an der Negation herrschenden Konsens also, die der Guardian in Tateinheit mit Musikern wie Luke Pritchard (The Kooks), Wayne Coyne (Flaming Lips) oder Alex Kapranos von Franz Ferdinand fröhlich zelebriert. Das Strokeszitat in der Headline stammt übrigens von Ian Williams (Battles).(fs)

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