Studie: Keiner will für Downloads zahlen

Wie jetzt, was jetzt? Vor wenigen Tagen noch die Meldung "Und sie zahlen doch", und jetzt will`s plötzlich wieder keiner gewesen sein. So unterschiedlich die Ansätze der Studien zum Thema Online Musikvertrieb, so unterschiedlich sind auch die Ergebnisse. Hier die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus den USA.

Kostenpflichtige Online-Musikangebote bringen kein Geld - auf dieses schlichte Fazit lässt sich das Ergebnis einer jetzt erschienenen US-Marktforschungsstudie bringen. Doch es gibt auch positive Nachrichten: Die überwiegende Zahl der Downloader gab an, durchs Netz gleich viel oder mehr CDs zu kaufen. Besonders beliebt sind dabei Musiker, die man ohne Netz nicht so schnell entdeckt hätte.

Gegenüber den Marktforschern von Ipsos-Reid gaben 92 Prozent der Befragten an, bisher noch nie für Downloads Geld bezahlt zu haben. Die überwiegende Mehrheit will dies offenbar auch nicht ändern. 84 Prozent der Kostenlos-Downloader halten es für unwahrscheinlich, dass sie in Zukunft für Online-Musik Geld ausgeben. Für Ipsos-Reids Senior Research Manager Matt Kleinschmit legt dieses Ergebnis nahe, dass es Widerstand gegen die kürzlich von der Musikindustrie gestarteten Abo-Angebote gebe.

Doch die Umfrage hat auch Positives zu Tage gebracht. So erklärten 57 Prozent der Befragten, dass sich die Zahl der von ihnen gekauften CDs sich durchs Netz nicht verändert habe. 24 Prozent gaben sogar an, mehr CDs zu kaufen als vorher. Lediglich 19 Prozent erklärten, wegen Downloads und Streams weniger Musik zu kaufen. 47 Prozent der Befragten gaben dagegen an, sich bestimmte CDs einzig und allein wegen bereits im Netz gehörter Songs gekauft zu haben.

Profitieren könnten davon vor allen Dingen Indie-Labels, die in den traditionellen Medien nicht so stark vertreten sind. So erklärten immerhin 29 Prozent der Befragten, dass sich durchs Netz ihr Musikonsum verändert habe. An erster Stelle steht dabei mit 27 Prozent die Möglichkeit, mehr Musik und andere Stile ausprobieren zu können. 23 Prozent gaben zudem an, dass sich durchs Netz ihr Musikgeschmack geändert hat. Ganz weit vorn liegt dabei übrigens elektronische Musik. Zehn Prozent der Befragten haben sie erst durchs Netz entdeckt. (jr)

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