Studie: Musik in Tauschbörsen 69 Milliarden Dollar wert

Marktforschungsunternehmen unterstreicht Handlungsbedarf

Das Marktforschungsunternehmen MultiMedia Intelligence hat errechnet, was die Musik wert ist, die in Tauschbörsen derzeit kursiert. Die Analysten kamen dabei auf 69 Milliarden Euro. Zum Vergleich: die Musikindustrie setzt in Deutschland gerade einmal rund 1,6 Milliarden um.

Das Marktforschungsunternehmen MultiMedia Intelligence hat errechnet, was die Musik wert ist, die in Tauschbörsen derzeit kursiert. Die Analysten kamen dabei auf 69 Milliarden Euro. Zum Vergleich: die Musikindustrie setzt in Deutschland gerade einmal rund 1,6 Milliarden um.Die Zahlen dürften manchen Musikmanager die Zornesröte ins Gesicht treiben. Doch erstmal tief durchatmen. Denn um auf solche Zahlen zu kommen, haben die Marktforscher einfach jedes via Filesharing verbreitete File mit einem “fairen Marktpreis pro Titel” multipliziert. Klingt nach Milchmädchenrechnung? Ist es auch. 

Denn anzunehmen, dass Tauschbörsen nur ansatzweise so funktionieren wie ein Downloadstore sind nach wie vor absurd und weltfremd. Wer in Tauschbörsen unterwegs ist, zapft normalerweise ab, was ihm in die Quere kommt und wählt erst dann aus, was davon brauchbar ist. Schließlich kursiert in Tauschbörsen auch jede Menge ungefilterter Mist von Bootlegs bis minderwertigen Radiomitschnitten. Kostenlose Tauschbörsen werden völlig anders genutzt als Shops und dennoch bleibt das grundsätzliche Problem, dass Künstler und Produzenten hier weiterhin generell leer ausgehen.

Cannapower: Die legale Tauschbörse

Das Institut scheint also mit diesem merkwürdigen Rechenbeispiel panische Musikmanager auf seine Studie aufmerksam machen zu wollen, die es für schlappe 3000 Dollar auf seiner Homepage zum Download anbietet. Immerhin empfehlen die Marktforscher abschließend, die nach wie vor äußerst interessanten Kanäle für die Musik- und Filmdistribution zu nutzen und sie nicht nur einfach zu verklagen. Man dürfte die Peer-to-Peer-Technologie nicht nur als Werkzeug von Piraten verstehen, sondern als Distributionskanal, der effizient gestaltet werden müsse. In der Studie wird ein starkes Wachstum der Tauschbörsen, vor allem hinsichtlich der Verbreitung von Filmen prognostiziert.

via Golem

Udo Raaf / Tonspion.de

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz.

amazon music unlimited

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
* Pflichtfeld

Ähnliche News

Drake (Pressefoto / © Universal)

Diese 10 Stars verdienten dieses Jahr das meiste Geld

Money, Money, Money – in a rich man's world
Von der eigenen Kunst zu leben ist für viele Musiker, Autoren und Künstler der Traum. Manch einer hat sich den bereits im großen Stile erfüllt. Hier die Liste mit den 10 bestverdienensten Entertainment-Stars des letzten Jahres.
Judith Holofernes: "Ich find' CDs ja selber voll scheiße”

Judith Holofernes: "Ich find' CDs ja selber voll scheiße”

Vinyl & Stream – das treibt uns alle an den Abgrund
Anfang der 2000er erklärte uns Judith Holofernes zusammen mit ihren Helden die Welt und das allgemeine Datingverhalten der Deutschen. Mittlerweile ist sie Solo unterwegs und hat uns im Interview erzählt, was im Musikbusiness falsch läuft.
Wie funktioniert Spotify for Artists?

Wie funktioniert Spotify for Artists?

Wie Künstler und Labels das neue Spotify-Tool zur Analyse ihrer veröffentlichten Musik nutzen können
Von Usern geliebt, von Künstlern gelegentlich immer noch missverstanden und unterschätzt: Spotify ist das Flaggschiff aller Musik Streaming Dienste. Die gute Neuigkeit für Künstler, Management und Labels ist, dass es nun endlich, nach ca. 1,5 Jahren Testphase, offiziell “Spotify for Artists” gibt. Was das genau ist und was es kann, zeigt der Künstler-Manager Robert Helbig hier.
Twitter steigt bei Soundcloud ein

Twitter steigt bei Soundcloud ein

70 Millionen Investment für Berliner Musikdienst
Soundcloud erhält eine weitere Finanzspritze: Twitter steigt beim Musikdienst ein. Das gaben beide Unternehmen bekannt. Die Höhe der Investition soll bei rund 70 Millionen Dollar liegen.