Swans: Michael Gira kontert Vergewaltigungsvorwürfe

"Ich hoffe, sie kriegt ihre Dämonen in den Griff"

Swans-Mastermind und Labelbetreiber Michael Gira muss sich derzeit einem harten Vorwurf stellen: er habe sie 2008 missbraucht, schreibt sein ehemaliger Label-Schützling Larkin Grimm via Facebook. Michael Gira und seine Ex-Frau kontern die Vorwürfe nun gemeinsam und Gira äußert sich explizit zu ihrem "romantischen" Moment. 

Michael Gira
Michael Gira

Michael Gira und Larkin Grimm (Quelle: www.larkingrimm.net)

Vergewaltigungsvorwürfe sind kompliziert. Einerseits sind sie dazu geeignet, den guten Ruf eines Menschen für immer zu zerstören. Denn ein Makel bleibt immer hängen bei so einem schwerwiegenden Vorwurf. Was genau passiert ist, wird man vermutlich nie so genau erfahren. Andererseits gibt es eine hohe Dunkelziffer, Vergewaltigungen, die nie gemeldet werden aus Angst oder Scham.

Deshalb muss man sehr vorsichtig sein mit zu schnellen Vorverurteilungen in die ein oder andere Richtung. Die Schlagzeilen der weltweiten Musikpresse gestern besagten, dass Michael Gira von den Swans ein Vergewaltiger sei. Gira nannte das im ersten Affekt eine "verleumderische Lüge", holte sich dann aber offenbar Unterstützung von seiner damaligen Ehefrau und einem Anwalt und veröffentlicht nun Details zum Vorwurf und wie es dazu kommen. Mit seiner Frau habe er die Situation damals direkt geklärt. Diese bestätigte seine Darstellung.

Larkin hatte auf Facebook geschrieben, dass Gira sie 2008 nach einer gemeinsam durchzechten Nacht zur Feier der Fertigstellung ihres Albums im Schlaf missbraucht habe. Und auch anschließend immer wieder aufdringlich gewesen sei, obwohl sie ihm klar zu verstehen gegeben habe, dass sie das nicht möchte. 

Gira widerspricht nun der Darstellung und spricht von einem einvernehmlichem romantischen Moment, der ein Fehler gewesen sei und deutet an, dass Larkin Grimm psychische Probleme habe. Das können letztlich nur Menschen im persönlichen Umfeld oder Ärzte beurteilen, deshalb verbietet sich auch hier eine Vorverurteilung. 

Hier das Statement von Michael Gira: 

"Eight years ago, while I was still married to my first wife, Larkin Grimm and I headed towards a consensual romantic moment that fortunately was not consummated. As she wrote in her recent social media postings about that night, I said to her, "this doesn't feel right," and abruptly but completely our only intimate encounter ended. It was an awkward mistake.
Larkin may regret, as I certainly do, that the ill-advised tryst went even that far, but now, as then, I hold her in high esteem for her music and her courage as an artist.
I long ago apologized to my wife and family and told them the truth about this incident. My hope is that Larkin finds peace with the demons that have been darkening her soul since long before she and I ever met."

Auf seiner Facebook-Seite verweist Gira außerdem auf ein Interview, das Larkin Grimm 2012 gab und wo sie sich noch in höchsten Tönen über ihren ehemaligen Labelchef äußerte. Gefragt wurde, wie die Zusammenarbeit mit Michael Gira an ihrem Album "Parplar" gewesen sei:

"Totally magical and wonderful. I love that guy. We parted ways for good reasons but it was an experience that changed my life for the better. Mr. Gira is a very inspiring man. He is also a truly good, kindhearted person. Not everybody realizes that about him because his music is so intense. I think I could work in the studio with that guy forever and be happy. But our lives outside the studio really clash."


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Swans - To Be Kind

Monster
Ihr Mammutwerk "The Seer" zählte bei uns zu den besten, weil kompromisslosesten Alben des Jahres 2012. Jetzt melden sich die Swans zurück und veröffentlichen mit "To Be Kind" den nächsten Brocken. Ein Monster von einem Album.

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