Tauschbörsen-Update: Direct Connect / DC++

Es kann nicht immer Kazaa sein: Mittlerweile gibt es unzählige Alternativen zu den großen und allbekannten Tauschbörsen. Doch welches Programm empfiehlt sich wofür? Was ist sicher, was effektiv? In den kommenden Wochen werden wir an dieser Stelle einige Updates zum P2P-Phänomen geben. Den Anfang macht Direct Connect und sein Open Source-Vetter DC++.

Direct Connect basiert auf einem klassischen Client-Server-System, wie wir es noch von Napster kennen. Anders als bei der Mutter aller Tauschbörsen werden diese auch Hubs genannten Server jedoch nicht von einer Firma betrieben, sondern von Enthusiasten, die oft ohne jedes kommerzielle Interesse handeln. Insgesamt gibt es schätzungsweise rund 20 000 Hubs.

Direct Connect eilt der Ruf voraus, besonders aktive P2P-Nutzer mit großen Dateiensammlungen anzuziehen. Tatsächlich bietet das Netzwerk bei nur rund 180 000 gleichzeitigen Nutzern etwa genau so viele Inhalte wie das mehr als 20 Mal so große Kazaa-Netz. Dies kommt nicht von ungefähr: Direct Connects Serverbetreiber können eine Mindestmenge freigegebener Dateien für ihr System festlegen. Wer weniger zum Tausch anbietet, wird gar nicht erst reingelassen.

In einigen Fällen sind diese Zugangsbeschränkungen derart hoch, dass nur Hardcore-P2P-Nutzer mit riesigen Festplatten eine Chance haben. Wer sonst kann schon 70 Gigabyte an Daten zum Tausch anbieten? Andere Hubs sind jedoch durchaus moderater, so dass auch Direct Connect-Anfänger früher oder später einen Hub für sich finden werden. Dabei helfen können Websites wie Hublist.org, die Beschreibungen zahlloser Hubs bieten und eine Verbindung per Mausklick herstellen.

Besonders interessant für Musikfans: Viele Hubs sind thematisch orientiert. So gibt es beispielsweise Hubs nur für Heavy Metal, Techno und sogar Country. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit, einen eigenen Hub zu eröffnen. Dieser kann auch Passwort-geschützt betrieben werden, so dass man beispielsweise nur seinen Freunden den geschützten Austausch erlaubt.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Programmen, um auf Hubs zuzugreifen. Neben der Original-Software vom Direct Connect-Entwickler Neo Modus hat sich unter den Benutzern insbesondere die Open Source-Software DC++ durchgesetzt, die ganz ohne Banner, Spyware und ähnliche Werbezugaben auskommt. Letztlich sind alle Direct Connect-Programme komplexer als die typische Tauschbörsen-Anwendung. Wer sich aber erst einmal eingefunden hat, wird mit zahlreichen Fundstellen, oftmals sehr schnellen Downloads und in einigen Fällen auch sehr netten Communities belohnt. (jr)

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