Tauschbörsen-Update: Edonkey 2000 / Emule

Es kann nicht immer Kazaa sein: Mittlerweile gibt es unzählige Alternativen zu den großen und allbekannten Tauschbörsen. Dieses Mal geht es um das von New Yorker P2P-Programmierer Jed McCaleb entwickelte Edonkey 2000 und seinen Open Source-Ableger Emule.

Edonkey basiert auf einem Server-Client-Netzwerk. Das heißt, dass jeder Nutzer sich erst einmal mit einem Server in Verbindung setzen muss, bevor er mit anderen Nutzern Dateien austauschen kann. Im Unterschied zu Napster werden diese Server jedoch nicht von McCalebs Firma betrieben, sondern von zahllosen Filesharing-Enthusiasten. Einige dieser Server besitzen nur wenige hundert, andere bis zu 300 000 simultane Nutzer.

Edonkey eignet sich insbesondere zum Download großer Dateien. Das Programm fragt eine große Anzahl von Quellen gleichzeitig ab, was parallele Downloads von verschiedenen Anbietern einfacher macht. Andererseits ist Edonkey berühmt-berüchtigt für seine Queues ? die Warteschleifen, in die man sich begibt, bevor die Gegenseite den Download erlaubt. Diese können schon mal mehrere tausend Nutzer lang sein. Edonkey empfiehlt sich daher am ehesten für Nutzer mit Standleitungen. Wer die Chance hat, den Rechner über Nacht laufen zu lassen, hat gleich doppelt Freude dran.

Edonkey-Nutzer finden eine ganze Reihe von Webseiten im Netz, die Links zum direkten Download verschiedenster Inhalte anbieten. Damit ist es möglich, Filme oder Songs herunterzuladen, ohne irrtümlicherweise mit korrupten oder verfälschten Versionen abzuenden. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Kazaa und Edonkey: Schmarotzertum gibt`s im Edonkey-Reich nicht. Jeder Download wird gleich auch zum Upload angeboten. Das vereinfacht die Verteilung neuer und begehrter Dateien, kann aber auch zu urheberrechtlichen Problemen führen. So sind die Filmstudios dafür bekannt, Edonkey unter der Lupe zu haben und gerne massenweise Mahnbriefe an Provider zu schicken.

Die meisten Edonkey-Nutzer greifen allerdings nicht auf McCalebs-Original-Software zu. Statt dessen hat sich die Open Source-Alternative Emule zum de facto-Standard unter Eselfreunden gemausert. Das nicht ohne Grund: Emule kommt nicht nur ganz ohne Werbung aus, sondern besitzt auch eine ganze Reihe von erweiterten Konfigurationsmöglichkeiten. (jr)

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche News

Tauschbörsen legen in Deutschland weiter zu

Tauschbörsen legen in Deutschland weiter zu

BitTorrent vor eDonkey
Auch fünf Jahre nach der Einführung des iPod und nach Abschaltung der Tauschbörse Napster, legen die Tauschbörsen weiter zu. In einer Studie der Leipziger Firma ipoque GmbH wurde ermittelt, dass rund 30% des gesamten Internetverkehrs tagsüber und sogar 70% in der Nacht über Tauschbörsen laufen.
Tauschbörse Edonkey will sich neu erfinden

Tauschbörse Edonkey will sich neu erfinden

Tauschbörsen-Betreiber suchen nach Kooperationsmöglichkeiten mit der Musikindustrie
"Play for View"-Modelle nach dem Vorbild des Fernsehens werden dabei ebenso diskutiert wie die Fusion mit der israelischen Tauschbörse iMesh, die demnächst ein Abo-Service starten will.
US-Tauschbörsen vor dem Aus

US-Tauschbörsen vor dem Aus

WinMX eingestellt, eDonkey gibt auf, Limewire bald nur noch mit Creative Commons Lizenz
Seit der Grokster-Entscheidung befindet sich die Musikindustrie in ihrem Kampf gegen P2P-Börsen im Aufwind. Die Recording Industry of America (RIAA) nahm das Urteil des Obersten US-Gerichts nämlich zum Anlass, Unterlassungsanordnungen an sieben im Bereich Peer-to-Peer tätige Firmen zu verschicken. Offenbar mit dem gewünschten Erfolg: Die Tauschbörse WinMX schloss mittlerweile ihre Pforten. Und auch andere Tauschbörsenbetreiber geben auf.

Tauschbörsen: Das Sommerloch ist vorbei

Rund ein Jahr ist seit den ersten Klagen der US-Musikindustrie gegen P2P-Nutzer vergangen. Vom Tauschen hat dies aber offenbar kaum jemanden abgehalten. So verzeichnen die großen Tauschbörsen auch dieses Jahr im Spätsommer den gewohnten Wachstumsschub.

Empfehlungen