Technologie vs. Musikindustrie

Der Wettlauf ist anscheinend längst verloren. Wie Hase und Igel in der Fabel, so sieht auch das Rennen zwischen neuen Technologien für Digitale Musik und den Inhaltelieferanten der Musikindustrie aus. Jetzt geht ein Technologieunternehmen in die Offensive.

Die Firma Gateway hat soeben eine großangelegte Werbekampagne für seinen speziellen Musik-PC gestartet. Das spezielle auf die Bedürfnisse des Musikfans ausgelegte Gerät wird offensiv mit dem Slogan beworben: "Like this song? Download it from Gateway.com. Burn it to a CD....".
Die Vereinigung der amerikanischen Plattenindustrie sieht in dieser Werbung geradezu eine Aufforderung an die Kunden, illegal Musik aus dem Netz zu ziehen.
Dagegen verteidigt Gateway-Sprecher Brad Williams die Kampagne damit, dass es eben nicht generell verboten sei, CDs zu brennen oder Musik aus dem Internet zu beziehen. Darüber wolle der Spot der Firma aufklären, denn man habe hier eine ganz klare Position und wolle keineswegs unterstützen, wenn das geistige Eigentum von Musikern verletzt werde. Der Nutzer habe aber nunmal das Recht, sich seine CDs auf seinen PC zu kopieren oder nicht urheberrechtlich geschützte Musik aus dem Netz zu ziehen.
Die Vorsitzende der RIAA Hillary Rosen sieht in der Kampagne hingegen einen "gateway to misinformation", wie sie sich gegenüber Wired.com äußerte.

Wieder einmal wehrt sich die Musikindustrie gegen den technischen Fortschritt und beweist damit, den aktuellen Herausforderungen im Bereich des digitalen Musikvertriebs noch lange nicht gewachsen zu sein. Den technischen Fortschritt zu verdammen, weil man an althergebrachten, liebgewonnenen und lukrativen Systemen festhalten will, hat noch nie jemandem genutzt und so eine Haltung hat sich bisher auch noch nie durchgesetzt.

Übrigens: die Firma Gateway bietet auf seinen Internetseiten auch Musik im MP3 Format an. Ganz im Sinne der Musikindustrie: legal und gegen Bezahlung. (ur)
Thema: 

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche News

RIAA-Opfer schlägt zurück

RIAA-Opfer schlägt zurück

Gegenklage könnte peinliche Details ans Licht bringen
Seit über zwei Jahren kämpft die alleinerziehende Mutter Tanya Andersen darum, ihren Ruf wiederherzustellen. Sie war von der US-Plattenindustrie (RIAA) wegen angeblicher Tauschbörsennutzung verklagt worden. Jetzt könnte ihre Gegenklage interessante Details ans Tageslicht bringen.
Das teuerste Lied der Welt

Das teuerste Lied der Welt

US-Amerikanerin muss 9250 Dollar pro MP3 zahlen
Im Internet spielt die Musik längst weit jenseits der alten Plattenfirmen. Doch das hält diese nicht davon ab, immer noch ihre Kämpfe von vorgestern auszutragen. Jetzt wurde eine US-Amerikanerin zur Zahlung von 222 000 Dollar verurteilt, weil sie 24 MP3s in einer Tauschbörse bereit gestellt hatte.   
Die Bill of Rights für Musikfans!

Die Bill of Rights für Musikfans!

Der Tonspion Wochenrückblick
Der Branchenlog Hypebot schlägt eine „Bill of Rights“ für Musikkonsumenten vor, die RIAA macht sich in einem Rundumschlag an den amerikanischen Studenten zu schaffen und für das Downloadjahr 2006 in Deutschland gibt es wieder Zahlen und Statistiken.
Teenager verklagt Musikindustrie

Teenager verklagt Musikindustrie

Vorwurf: erpresserische Drohung und Betrug
Der 16jährige Robert Santangelo hat im US-Staat New York Klage gegen fünf Labels und die Recording Industry Association of America (RIAA) eingereicht. Vor fünf Jahren wurde Santangelo seinerseits wegen illegalen Downloads auf Tauschbörsen angeklagt. Zu Unrecht, wie er und sein Anwalt meinen.

Tauschbörse verklagt Musikindustrie

Limewire wirft der RIAA Verstöße gegen das Kartellgesetz vor
Das Spiel Musikindustrie verklagt Tauschbörse, bis diese pleite ist, ist hinreichend bekannt. Jetzt drehen die Betreiber von Limewire den Spieß um und verklagen kurzerhand den Verband der Musikindustrie RIAA. Der Vorwurf: die RIAA wolle alle Kanäle, die sie nicht kontrolliere, zerstören.

Empfehlungen