Teenager verklagt Musikindustrie

Vorwurf: erpresserische Drohung und Betrug
Der 16jährige Robert Santangelo hat im US-Staat New York Klage gegen fünf Labels und die Recording Industry Association of America (RIAA) eingereicht. Vor fünf Jahren wurde Santangelo seinerseits wegen illegalen Downloads auf Tauschbörsen angeklagt. Zu Unrecht, wie er und sein Anwalt meinen.

Seine 42 jährige Mutter weigerte sich im Jahr 2005 mit der Plattenindustrie außergerichtlich zu einigen und eine Geldstrafe von rund 30 000 US-Dollar zu bezahlen. Stattdessen reichte die Familie nun Gegenklage wegen erpresserischer Drohung und Betrugs ein. Unter anderem wirft man den Beklagten vor, den Ruf des Jungen zu zerstören und ihn von der Schule abzulenken. Weiterhin gebe es keine Beweise, dass sich Robert tatsächlich schuldig gemacht habe. Alle auf seinem Computer befindlichen MP3s seien von CDs seiner Schwester gewesen.

Die Klageschrift besagt außerdem, dass die Major-Labels mit ihren 18 000 Klagen eine Verschwörung angezettelt hätten, um die Gerichte der Vereinigten Staaten zu betrügen. Die angeblichen Wettbewerber seien in Wirklichkeit ein Kartell, das gemeinsam das Kartellrecht und die öffentliche Ordnung verletzten.

Die Vereinigung der Musikindustrie RIAA, die die meisten Klagen koordiniert hatte, verteidigte sich in gewohnt stoischer Manier. Die Musikindustrie leide enorm durch die Piraterie und man müsse seine Rechte schützen. Bisher haben sich die meisten Beschuldigten mit einer Geldstrafe abgefunden, so dass die Ausfechtung vor Gericht nun mit Spannung erwartet werden darf. (ur)

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche News

Rammstein (Foto: Guido Karp / Universal Music)

Zensur: Rammstein vs. Bundesrepublik Deutschland

Landgericht Bonn gibt der Band recht und schlägt einen Vergleich vor
Rammstein verklagte die Bundesrepublik Deutschland auf 66.000 Euro Schadenersatz, weil ihr Album "Liebe ist für alle da" im Jahr 2009 auf dem Index landete. Das Landgericht Bonn gibt Rammstein nun grundsätzlich Recht und schlägt einen Vergleich vor. 
Kanye West wegen irreführender Werbung verklagt

Kanye West wegen irreführender Werbung verklagt

"The Life Of Pablo" nicht exklusiv auf Tidal - Fan verärgert
Bevor Kanye Wests neues Album "The Life Of Pablo" veröffentlicht wurde, kam es bereits zu einigen Irritationen. Nun muss sich der Rapper im Nachhinein auch noch mit der Justiz auseinandersetzen, da ein verärgerter Fan ihn und den Streaming-Dienst Tidal der Lüge bezichtigt.
RIAA-Opfer schlägt zurück

RIAA-Opfer schlägt zurück

Gegenklage könnte peinliche Details ans Licht bringen
Seit über zwei Jahren kämpft die alleinerziehende Mutter Tanya Andersen darum, ihren Ruf wiederherzustellen. Sie war von der US-Plattenindustrie (RIAA) wegen angeblicher Tauschbörsennutzung verklagt worden. Jetzt könnte ihre Gegenklage interessante Details ans Tageslicht bringen.

Empfehlungen