Test: MP3 klingt so gut wie nie

Fraunhofer Codec Testsieger

Es war ein lange und lautstark gepflegtes Vorurteil, dass MP3 schlecht klinge oder sogar das Hörvermögen schwäche. Nutzen sollte es wohl vor allem der Tonträgerindustrie. Doch ein aktueller Test zeigt: MP3 klingt kein bisschen schlechter als eine CD.

In einem aktuellen Test der Computerbild wurden die verschiedenen Komprimierungsformate mit unkomprimierten Audiodateien verglichen. Das Ergebnis: bei fast allen Formaten gibt es heute keine hörbaren Differenzen mehr zur Originaldatei ab einer Qualität von 256 kbit/s auf einer Stereoanlage in Wohnzimmerumgebung. Insbesondere der MP3 Codec des Fraunhofer Instituts hat sich im Vergleich zu Tests aus den letzten Jahren noch einmal deutlich verbessert und ging als Testsieger hervor. Selbst mehrfaches encodieren einer Datei ändert die Klangqualität heute nur noch marginal.

Wer mit iTunes oder Windows Media Player seine CDs umwandelt erhält in der Standardeinstellung zunächst AAC (Apple) oder WMA (Microsoft) Dateien, die ebenso gut klingen. Doch diese sind nicht mit allen Playern kompatibel und können deshalb zu Problemen führen, wenn man etwa auf einen anderen MP3 Player umsteigen will. Deshalb wird empfohlen, Dateien grundsätzlich ins MP3-Format umzuwandeln, was sowohl iTunes als auch der Windows Media Player beherrschen. Der MP3 Codec des Fraunhofer Instituts ist sowohl bei iTunes als auch bei Windows Media Player vorinstalliert, man muss lediglich unter "Einstellungen" einmal das Dateiformat wählen, ab dann werden CDs in der gewünschten Qualität encodiert.

Ab der Qualität von 256 kbit/s gibt es bei der Umwandlung keine hörbaren Verluste. Allenfalls professionelle DJs, die häufig über große Anlagen spielen, sollten sich ihre Audio-Files entweder unkomprimiert oder in der höchsten Bitrate besorgen. Denn ein schlecht klingendes Audio-File lässt sich später auch nicht mehr optimieren durch eine Umwandlung.

Der Test fand nach Angaben von Computerbild als so genannter Blindtest statt, bei dem die Jury nicht wusste, mit welchem Codec ein Musikstück abgespielt wurde. Außerdem wurden Messungen vorgenommen, mit deren Hilfe die Audiodateien exakt analysiert wurden. Neben Fraunhofer erhielt auch der Lame Codec mit 256 kbit/s die Note "Sehr Gut" und ließ keine hörbaren Unterschiede zur Ausgangsdatei erkennen.

 

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