Toaster brühen keinen Kaffee

Apple glaubt nicht an Multifunktionsplayer
Kein Tag ohne eine Nachricht aus Cupertino. Seit einiger Zeit scheint Apple einfach alles richtig zu machen. In einem Interview mit der Berliner Zeitung gibt der iPod-Chef Jon Rubinstein heute einen der seltenen Einblicke in die Zukunft. Und widerspricht der These, dass Handys die MP3 Player der Zukunft sind.

Normalerweise hält man sich bei Apple bedeckt, über künftige Produkte. Doch was es zukünftig nicht geben wird bei Apple, dazu hat Rubinstein schon eine Antwort. iPods, mit denen man telefonieren kann, Mails versenden und Fotografieren, werden auch zukünftig nicht auf den Markt gebracht. Zwar glaubten viele Firmen an diese Strategie, aber Apple sieht darin keinen Zukunftsmarkt. "Schauen Sie sich in Ihrer Küche um: Gibt es da etwa einen Toaster, der auch Kaffee brühen kann? Es gibt kein solches Kombinationsgerät, weil es nichts besser machen würde als ein einzelner Toaster oder eine einzelne Kaffeemaschine", so Rubinstein wörtlich. Vor allem das Zusammenspiel von Software und Hardware einer der größten Stärken des iPod sei mit so einem Multifunktionsgerät nur schwer zu machen.

Bei der Kooperation mit Motorola für die Apple eine mobile iTunes Version entwickelt hat, handle es sich nicht um einen iPod-Ersatz, sondern allenfalls um eine Ergänzung. Schließlich könne man mit dem Handy nur seine 100 liebsten Songs mitnehmen. Mit dem iPod dagegen wird die gesamte Musiksammlung mobil.

Auch den Abodiensten, über die man Musik gegen eine monatliche Gebühr ausleihen kann, erteilt Rubinstein eine Absage: "Wir glauben, dass unsere Kunden die Musik besitzen wollen, für die sie gezahlt haben." Und auch die WLAN-Nachfolgetechnologie Wimax spiele bei Apple zukünftig keine Rolle, da WLAN die Kernprobleme der meisten Firmen und Privatleute schon gelöst habe.

Apple hat überraschend seinen erst kürzlich eingeführten und außerordentlich erfolgreichen iPod mini vom Markt genommen und durch den neuen, kleineren iPod Nano mit 4 GB Flashspeicher ersetzt. Experten erwarten, dass auch dieser Coup gelingen wird und sich der iPod nano zum Renner entwickelt.

Man kann zu Apple stehen wie man will, das Unternehmen hat derzeit einfach den richtigen Riecher und macht der Konkurrenz auf allen Gebieten das Leben immer schwerer. (ur)
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