Todesstoß für Napster

Napster ist komplett am Ende. Der Filesharing-Pionier ist seit einem Jahr offline und seit zwei Monaten offiziell bankrott. Jetzt hat ein Konkursrichter den einzigen Ausweg aus der Misere blockiert: Die Übernahme von Napster durch den deutschen Medienkonzern Bertelsmann.

Bei Napster-Chef Konrad Hilbers, einer ehemaligen Bertelsmann-Führungskraft, sah der zuständige Richter einen Interessenkonflikt, der die Übernahme unmöglich mache. Die Napster-Vermögenswerte sollten für 8 Millionen Dollar an Bertelsmann gehen. Das Scheitern des Kaufs bedeutet das endgültige Aus für die bankrotte Firma.
1999 gab Shawn Fanning den Filesharing-Startschuss. Sein MP3-Tauschprogramm Napster fand rasend schnell Millionen von Nutzern, unzählige MP3-Dateien wurden illegal getauscht, die Musikindustrie legte die Stirn in Falten. Publicityträchtig klagten zunächst Metallica gegen die Verbreitung ihrer Songs, auch die fünf Majorlabels reichten Klagen wegen Urheberrechtsverletzung ein. Als das Ende von Napster schon abzusehen war, schaltete sich Bertelsmann ein.
Eine Übernahme sollte stattfinden, nach der die einst unangefochtene Nummer Eins des MP3-Teilens zu einer kommerziellen Tauschbörse gemacht werden sollte. Unter der Regie des mittlerweile geschassten Bertelsmann-Chefs Thomas Middelhoff wurden insgesamt 85 Millionen Dollar in die Firma gesteckt, um sie über Wasser zu halten.
Gegen den Protest der anderen großen Plattenfirmen hielt man bei Bertelsmann auch nach dem Abgang Middelhoffs an den Übernahmeplänen fest. Bei der Versteigerung der Napster-Vermögenswerte war der Bertelsmann-Konzern nun einziger Bieter. Mit dem plötzlichen Übernahme-Aus findet auch die Napster-Geschichte ein endgültiges Ende. Der Letzte macht das Licht aus. (sc)

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