Tonspion Jahrescharts 2007: Jens Wollweber

Techno hier, Techno dort
Alle Jahre wieder hören sich die Tonspion-Autoren noch einmal quer durchs Jahr und küren ihre Favoriten. Hier die persönlichen Tops und Flops von Jens Wollweber.



Bester Song 2007:

Mittekill – "Harter Rok"
Eine eigenartige Band aus Berlin mit einem eigenartigen Lieblingslied. Naiv, berührend, simpel, schwelgerisch und rockend – alles zugleich. Sehr speziell, veröffentlicht bisher nur online. Das Duo könnte aber weiterkommen. So hoffe ich.

Bestes Album 2007:

Quio "Phiu"
Eine junge Dame zwischen den Stilen. Wie selbstverständlich switcht Quio mit ihrer Produktionspartnerin Antye Greie aka agf zwischen HipHop, Pop, Grime und anderen Genres. Dazu ihr schnoddriger SingSang und die feminine Leichtigkeit, gemischt mit einem jugendlichem Elan – alles passt.

Die besten MP3 im Tonspion 2007:

Gabriel Ananda – "Bambusbeats"
Auch wenn jedes Jahr unzählige spannende Techno-Producer auftauchen, Gabriel Ananda hat sich festgesetzt. Und das, ohne aufdringlich zu werden. Sein zweites Album "Bambusbeats" zeigte den Kölner nochmals um einiges versierter und pointierter.

Pole – "Steingarten"
Stefan Betkes Ausflug ins ambitionierte HipHop-Lager im Jahr 2003 mochte ich sehr, seine Rückkehr zu Electronica aber irgendwie noch mehr. Zumal er sich auf dem neuen Album behutsam dem Dancefloor annäherte. Minimalismus einmal anders.

Gus Gus – "Forever"
Eine meiner All-time-favourites mit neuem Album: leider über die gesamte Albumlänge und auch live in Berlin nicht mehr so überzeugend wie einst. Dennoch können die drei noch immer unglaubliche Stücke wie "The Moss" hervorbringen. Insofern: Gus Gus Forever.

Onur Özer – "Kasmir"
Einer der großen Newcomer des Jahres. Zwar ist er schon länger kein Unbekannter, doch mit seinem ersten Album hat er bewiesen, wie folkloristische Elemente ohne Ethno-Kitsch ein Genre wie Minimal Techno auffrischen können. "Kasmir" ist darüber hinaus eines der wenigen Techno-Alben, die man auch zu Hause spannend finden kann.

Al Haca – Family Business
Im Prinzip sind sie auch keine Neulinge mehr, aber Al Haca machen für mich HipHop wieder interessant. Leider gab es das neue Album nur digital, als Platte hätte es ein würdiges Medium gehabt. Aber es geht ja um die Tracks, und die sind direkt im Jetzt.

Bester Musikmoment:
Derrick May in Leipzig. Bei all den rasanten Verwertungszeiten von Künstern, Alben und Genren, ist der Blick in die Musikgeschichte manchmal sehr entspannend. Zurück zum Detroit Techno wurde für mich so ein kleiner Rückzugsbereich. Umso schöner war es eines der Pioniere vor der Haustür erleben zu können. Und vor allem, auch überwältigt gewesen zu sein.

Schlimmster Musikmoment:
Das Ende von Hausmusik. Auch wenn mich nur ein Teil des Label- und Vertriebskatalogs interessierte, so markiert die Insolvenz doch einen weiteren beängstigenden Verlust für die Indie-Infrakstruktur – quer durch alle Genres.

Wunsch für 2008:
Studium auf die Zielgerade bringen.

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