Tonspion Jahresrückblick 2008: Björn Bauermeister

2008 feat. Why?, Get Well Soon, The Notwist, Bon Iver, Peter Fox, Bodi Bill, Fleet Foxes

Jährlich grüßt das Murmeltier und fragt: Was war gut, wer hat enttäuscht und wovon möchte man lieber niemals wieder hören? Björn Bauermeister schaut zurück und verrät, was für ihn unter dem Strich und in überwiegend guter Erinnerung geblieben ist.

Bester Song 2008:

Bon Iver - Re: Stacks
Das bewegt und berührt unsagbar heftig. Und so etwas ist nicht selbstverständlich - weder in diesen Tagen, noch im Angesicht des täglichen Musikstapels. Mit „For Emma, Forever Ago“ ist Bon Iver ein herzzerreißendes Album gelungen, aus dem „Re: Stacks“ mein absoluter Top-Friend geworden ist. Weniger ist oftmals eben doch brutaler.

Bestes Album 2008:

Why? - Alopecia
Spitzenmäßige Liveband, die Ohr und Auge begeistert. Langweilig wird das nie! Zugegeben, nicht selten ist es so, dass Bands live zu beeindrucken wissen, auf Tonträger dann aber vollends enttäuschen. Nicht so Why?! „Alopecia“ ist ein aufregend vielseitiges, aber eingängiges Album und ein unaufdringlich virtuoses, aber elegantes Experiment, das voll aufgegangen ist.

Die besten MP3 im Tonspion 2008:

Bodi Bill – I Like Holden Caulfield
Ein ganz arg faszinierendes Trio. Bodi Bill ist reinster Wohlklang mit dem Hang zum Schwermutpop, die große Liebe zum begeisternden Detail und die Schönheit der grenzenlosen Vielseitigkeit. Man höre, schaue sich dieses wahrlich einzigartige Konzert über den Dächern Berlins an, staune und schweige.   

The Notwist – Good Lies
Sechs Jahre haben sich die Gebrüder Acher Zeit genommen. Ob sich das Warten auf der anderen Seite gelohnt hat? In jedem Fall, wenngleich es nicht ihr stärkstes und auch nur mit einigen Abstrichen ein gutes Album geworden ist. Relativ gesprochen bedeutet das: einzigartig und herausragend.

Get Well Soon – If This Head Is Missing (I Have Gone Hunting)
Diese Band war und ist in aller Munde - und das auch völlig zu Recht. Ein beeindruckendes Debüt, eine imposante Liveband und jeder Song ein liebevoll angerichtetes, mehrdimensionales Schmuckstück. Die Kehrseite der Medaille: Wie kann man solch einen Volltreffer toppen? Keine Ahnung, aber ich bin da guter Dinge.

Fleet Foxes - White Winter Hymnal
Verrückte Welt. Da schubst Sub Pop so en passant eine alles andere als hippe oder gar zeitgenössische Band auf das Tableau der schnelllebigen Musikwelt und jeder Hinz und Kunz frisst und liebt sie sofort. Wie konnte das nur passieren? Nun, Fleet Foxes entwaffnen mit mächtigen Melodien und unfassbarer Stimmgewalt. Alles und jeden. In der Tat atemberaubend.

Bester Musikmoment:
Bon Iver war ganz gewiss eines der größten Konzerterlebnisse dieses Jahres, und das nicht nur, weil er eine so überragende Talk Talk-Coverversion spielte. Die Battles beim Melt!-Festival von der Seite beim Energie versprühenden Berserkern zu beobachten war ebenfalls richtig groß, so wie auch die eigenen Grenzgänge dank Get Well Soon. Ach, und natürlich das erste Mal Peter Fox laut auf den Ohren. Da ging auch so einiges.

Schlimmster Musikmoment:
Schlimm waren in diesem Jahr die Momente des unausweichlichen Fremdschämens: Jedes Mal wenn Reamonn aus den Supermarktboxen dudelte, bei jedem Wort das Campino in Palermo verlor und jede verdammte Sekunde mit den Killers oder „Allein, Allein“. 

Wunsch für 2009:
Alle Jahre wieder: Mehr gute Musik.

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