U2 Manager McGuinness: Google muss illegale Seiten sperren

Midem-Rede von Paul McGuinness über den steinigen Weg seiner Band und die Zukunft der Musik

Paul McGuinness gehört zu den berühmtesten Managern im Rockzirkus. Seit 35 Jahren betreut er U2 hat sie zu internationalem Ruhm geführt. Nun wurde er auf der Musikmidem für sein Wirken geehrt und las dem Internetgiganten Google die Leviten.

Die Rede von Paul McGuinness auf der Midem in Cannes begann mit einem Video von U2, die betonten, dass es ziemlich einmalig sei, dass eine Band 35 Jahre lang vom ersten Tag an vom selben Management betreut werde. "Wir besitzen unsere Masterrechte, wir besitzen unser Copyright", so The Edge. "Dass wir so lange überlebt haben, sogar den Erfolg, das verdanken wir dir, Paul".

McGuinness eröffnete seine Rede mit einem Seitenhieb auf die britische Musikindustrie, denn es sei überhaupt nicht einfach gewesen, für U2 einen Plattenvertrag zu organisieren. Fast jede Plattenfirma habe sie zunächst abgelehnt. Nur Island Records gab ihnen schließlich eine Chance. Inzwischen habe die ehemalige Schülerband aus Dublin 160 Millionen Platten verkauft und setzte alleine bei ihrer letzten Tour fast 800 Millionen Dollar um. Dass die Band immer noch zusammen sei, habe wohl damit zu tun, dass sie seinen Rat von Anfang an beherzigte und die Einnahmen einfach durch vier teilte, um Streitigkeiten ums Geld zu vermeiden.

Dann kam er auf den aktuellen Zustand des Musikbuisness zu sprechen und stellte nüchtern fest: Millionen Briefe habe die Musikindustrie schon an Google geschickt, um illegale Seiten aus dem Index verschwinden zu lassen, doch diese Seiten würden innerhalb kürzester Zeit durch andere erstezt. "Was getan werden muss ist einfach: sperrt die Seiten und lasst sie gesperrt." Das sei für einen Technologiegiganten wie Google eigentlich kein Problem, doch der kümmere sich viel zu wenig um die Belange der Kreativen. Es sei nicht mehr hinnehmbar, dass man mit der Ausrede, es gäbe keine entsprechenden legalen Angebote im Netz einfach die Tauschbörsen gewähren lasse. Auch er sei für ein offenes und freies Netz, was man aber nicht damit verwechseln dürfe, dass alles erlaubt sei. Stattdessen solle man den legalen Anbietern wie iTunes, Spotify oder Deezer den Weg ebnen.

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