Und sie kommt doch: Die Musikflatrate

Apple verhandelt über Pauschalabgaben

Seit Jahren wird eine Musikflatrate von vielen Experten als Geschäftsmodell der Zukunft favorisiert. Apple verhandelt nach Presseberichten nun über ein "All-Inclusive"-Paket mit den Musikfirmen.

Der Musikindustrie geht es nicht gut. Die Umsätze schwinden jährlich weiter und der frühere Umsatzbringer - die Compact Disc - verstaubt mehr und mehr in den Regalen. Rund 10 mal mehr Musik wird heute illegal in Umlauf gebracht als legal verkauft. Um diesen Abwärtstrend zu stoppen, soll nun eine Musikflatrate die Leute endgültig vom Musikklau abbringen.

Die Idee: man bezahlt entweder beim Kauf eines MP3-Players bzw. Musik-Handys oder aber per Monatsabo die Musik gleich mit. Über diese beiden Optionen verhandelt Apple derzeit nach Informationen der Financial Times Deutschland mit den Musikfirmen. Zwar nennt Napster sein Abo bereits "Music-Flatrate", doch anders als beim nun diskutierten Vorschlag leiht sich der Nutzer die Musik nur bis zum Zeitpunkt seiner Kündigung. Anschließend hat er keine Möglichkeit mehr, darauf zuzugreifen - außer nochmals zu bezahlen.

Gerüchteweise will Apple den Musikfirmen pro verkauftem Gerät 20 Dollar zahlen, dafür sollen die Käufer dann unbegrenzten Zugang zu den bei iTunes angebotenen Songs erhalten. Alternativ dazu steht auch ein monatliches Abo für 7-8 Dollar im Raum. Ob die Songs wirklich unbeschränkt genutzt werden dürfen oder tatsächlich nur als Streams oder einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stehen sollen, wird momentan heiß diskutiert werden. Außerdem ist noch unklar, wie die Abrechnung erfolgen soll, gibt es doch beim iPod - anders als beim iPhone oder Musikhandys - heute (noch) keine Möglichkeit, die Musik gleich über die Telefonrechnung abzurechnen. Zudem dürfte die gerechte Aufteilung der erwirtschafteten Umsätze noch für einigen Diskussionsbedarf sorgen.

Aber es wird klar: die Zukunft des Musikgeschäfts hat endgültig begonnen, wenn rund fünf Jahre nach Aufkommen dieser Idee nun erstmals ernsthaft darüber gesprochen wird.

Udo Raaf / Tonspion.de

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