Unis suchen nach P2P-Alternativen

Nicht nur die andauernden juristischen Auseinandersetzungen, sondern auch ein stetig wachsender Netzwerkverkehr führt dazu, dass sich immer mehr Universitäten nach Alternativen zu Tauschbösen umsehen. Während einige dabei auf kommerzielle Angebote der Industrie setzen, hoffen andere auf die Kreativität ihrer Studenten.

Die Studenten der US-amerikanischen Penn State University könnten in den Genuss des ersten von einer Uni bezahlten Musik-Abos kommen. Insidergerüchten zufolge will die Universität am heutigen Donnerstag eine Zusammenarbeit mit Napster bekannt geben. Dies soll den Studis ermöglichen, ohne weitere Zusatzkosten auf die Musik des erst kürzlich gestarteten Abo-Angebots zugreifen zu dürfen. Wer sich die Titel allerdings auf CD brennen oder sie dauerhaft behalten will, muss auch in diesem Fall 99 Cent pro Song zahlen. Anfangs soll das Angebot nur jenen 13 000 Studenten offen stehen, die in den Studentenwohnheiten der Uni leben.

Einen etwas anderen Weg wollte das für seine technischen Genies bekannte MIT in Boston gehen. Zwei Studenten hatten dort mit Microsoft-Fördergeldern ein System entwickelt, mit dem sich Musik über das analoge Kabel-Netz des Campus übermitteln lässt. Solche Übertragungen sind für die Uni legal und kostenlos möglich, da sie dafür bereits pauschale Abgaben an Verwertungsgesellschaften bezahlt.

Das Problem: Die Musik musste erst einmal in digitaler Form vorliegen. Also kauften die Studenten für knapp 30 000 US-Dollar MP3s von der Firma Loudeye, die ihnen zusicherte, die nötigen Lizenzen für dieses Geschäft zu besitzen. Dem war allerdings offenbar doch nicht so. Nachdem sich die Universal Music Group zu Wort gemeldet hatte, musste das MIT den Musik-Dienst am vergangenen Wochenende nach nur wenigen Tagen schon wieder abstellen.

Mehr Glück hat da die Yale-Universität, wie die dortige Uni-Zeitung jetzt berichtet. Dort haben Studenten nämlich selbst einen Weg gefunden, ganz legal von den Musiksammlungen ihrer Kommolitonen zu profitieren. Dazu benutzen sie Apples neue Windows-Version der iTunes-Musiksoftware. Diese erlaubt wie auch ihr Mac-Pendant, Songs anderer Teilnehmer im gleichen internen Netzwerk als Stream auf dem eigenen Rechner abzuspielen. Besonders interessant wird das natürlich, wenn man wie im Falle eines Campus-Netzes auf hunderte bis tausende von Rechnern zugreifen kann. (jr)

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