Universal eröffnet popfile.de

Mit einem Kompromiss in einer bisher ungeahnten Dimension wagt sich Universal Deutschland ins Download-Geschäft. Mit popfile.de will man im Juni einen Download-Laden eröffnen, bei dem man unbeschränkte MP3 Files kaufen kann.

Die bisherigen Versuche von Universal mit Pressplay ein kostenpflichtiges Download-Angebot zu realisieren, waren vor allem deshalb von wenig Erfolg gekrönt, weil man nur kopiergeschützte Files herunterladen kann, die man nicht weitergeben oder brennen darf. Anscheinend hat sich aber gezeigt, dass ein User, der sich gegen Geld ein Musikstück aus dem Internet herunterlädt, sich hinterher nicht vorschreiben lassen will, was er damit tun darf und was nicht.
Jedenfalls geht popfile.de jetzt in die Offensive und überlässt es dem Kunden, ob er seine Musik auf einem MP3 Player überspielen oder lieber auf CD brennen möchte. Im Schnitt 99 Cent soll ein Stück bei popfile.de kosten.
Dennoch ist kaum zu erwarten, dass jetzt plötzlich alle ihre Downloads artig bezahlen. Dazu fehlt solchen Download-Angeboten nach wie vor etwas ganz entscheidendes: eine umfassende Songauswahl aller Plattenfirmen und Labels. Denn nach wie vor bieten die meisten Download-Services nur Musik aus dem eigenen Katalog an, was für den Kunden relativ uninteressant ist. Der neue Service dürfte also nur wieder eine Testplattform für die Musikindustrie darstellen, um das grundsätzliche Interesse an Bezahl-Downloads zu erkunden. Ob die Zeit dafür aber schon reif ist, wird sich ab Juni zeigen, wenn der Service ganz offiziell an den Start geht.

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