Universal testet Downloads ohne DRM - und kauft V2 Records

Noch im August will die weltweit größte Plattenfirma DRM-freie Files anbieten
Universal nutzt die Saure-Gurken-Zeit um mächtig Schlagzeilen zu machen. Zunächst gab der Konzern die Übernahme von V2 Records bekannt, um im gleichen Atemzug die Konkurrenz erneut zu schocken. Nach der EMI will auch Universal ins Geschäft mit MP3s ohne Digital Rights Management einsteigen. Im Gegensatz zu EMI wird es die Files ohne DRM allerdings nur bei Konkurrenten von iTunes zu kaufen geben.

Ein genauer Starttermin für die Aktion von Universal steht noch nicht fest. Lediglich für den Downloadshop Rhapsody stehen konkrete Daten fest. Dort wird es vom 21.08. an bis Ende Januar 2008 Tracks von 50 Cent, Amy Winehouse, Johnny Cash oder The Police ohne DRM zum gleichen Preis wie geschützte Dateien geben.

Die Audiodateien werden mit 256 kbps über eine höhere Bitrate verfügen als geschützte Files von Universal. Die bei Rhapsody erhältlichen Tracks sollen mit allen MP3-Playern auf dem Markt kompatibel sein, also auch mit Apples Ipod. Neben Rhapsody will Universal Teile seines Katalogs auch bei anderen Anbietern wie Amazon, Wal-Mart oder Google testen.

Ähnlich wie die Dateien der EMI, will Universal seine Dateien mit einem unhörbaren Wasserzeichen versehen, wie Wired berichtet. Damit will Universal die mögliche Einspeisung der Dateien in Peer-To-Peer Netzwerk kontrollieren. Die ungewöhnliche Entscheidung, Audiofiles ohne DRM nicht bei iTunes zu testen, begründet Universal offiziell damit, dass die Verkäufe von geschützten Downloads bei iTunes als Kontrollgruppe dienen würden um zu sehen, wie weit das Angebot von Universal angenommen wird.

Mit dem, wenngleich nur testweisen Vorstoß von Universal, der schon länger als Gerücht durchs Internet kursierte, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Sony BMG und Warner Abstand von DRM nehmen.

Anfang der Woche wurde zudem bekannt, dass sich der Major Universal eines der letzten wirklich international relevanten Non-Major einverleibt hat: V2 Records (u.a. Paul Weller, Bloc Party, Stereophonics) wird demnächst zur Universal-Gruppe gehören. Erst kürzlich wurde ein Vertriebsdeal geschlossen. Dass aber die Übernahme nun so schnell erfolgte, überrascht selbst Branchenkenner. Für V2-Gründer Richard Branson ist es bereits das zweite Label, dass er an einen Major abgibt, nachdem er Virgin Records Jahre zuvor an die EMI verlauft hat. Welche konkreten Konsequenten aus der Übernahme von V2 resultieren, bleibt abzuwarten. Fest steht allerdings, dass der Horziont der Musikwelt wieder ein bisschen kleiner geworden ist. (fs / js)

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