Universal veröffentlicht Back-Katalog im MP3-Format

Universal wird rund 1000 ältere Platten in den Katalog seiner Download-Plattform Emusic.com integrieren. Damit setzt erstmals eine Major-Plattenfirma im großen Stil auf das MP3-Format. Die neue Eminem-Platte wird man bei Emusic aber vergebens suchen.

Die Überraschung war groß, als Universal Mitte dieser Woche bekannt gab, rund 1000 Platten aus seinem Back-Katalog im MP3-Format zum kostenpflichtigen Download anzubieten. Ab sofort können Emusic-Abonnenten auf Musik der zahlreichen Universal-Labels (wie etwa Interscope, Geffen, Impulse, Island, MCA, Mercury und Polydor) zugreifen. Allerdings sind in den meisten Fällen nur recht alte Alben verfügbar. Zu den gefeaturten Musikern gehören unter anderem James Brown, Billie Holiday, Eric Clapton und Muddy Waters.

Emusic ist der einzige Anbieter eines Download-Abos für MP3s. Für zehn bis 15 Dollar können sich Musikfans von der Site so viele Alben im MP3-Format herunterladen, wie sie wollen. Emusic startete sein Abo-Angebot im Jahr 2000, nachdem die Firma vorher lange Zeit vergeblich versucht hatte, Downloads für 99 Cents pro Song zu verkaufen. Im letzten Jahr wurde Emusic nach finanziellen Schwierigkeiten von Vivendi Universal aufgekauft.

Mittlerweile hat Emusic nach Vivendi-Angaben rund 50 000 Abonnenten. Damit dürfte die Firma zu den erfolgreichsten Anbietern von Musikabonnements im Netz gehören. Zum Vergleich: Die im letzten Jahr mit Millioneninvestitionen gestartete Musicnet-Plattformen der drei Major-Labels EMI, BMG und Warner Music hat nach jüngsten Angaben bisher nicht mehr als 40 000 Abonnenten für sich gewinnen können - und das, obwohl Musicnet die Musik zahlreicher Major-Artists anbietet. Emusic dagegen hatte bisher immer nur Songs diverser Indie-Labels im Angebot.

Die enttäuschende Nachricht zum Schluss: Wer seinen Wohnsitz in Deutschland hat, wird auf die meisten der Universal-Alben nicht zugreifen können - sie wurden nur für die USA lizenziert. (jr)

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche News

Spotify: Bald Premium-Content für zahlende Nutzer?

Spotify: Bald Premium-Content für zahlende Nutzer?

Labels drängen zu kostenpflichtigem Abo
Der schwedische Musikstreaming-Dienst Spotify steht derzeit in Verhandlungen mit den drei großen Labels Sony Music Entertainment, Warner Music Group und Universal Music. Das Ergebnis könnte einige Veränderungen für die Nutzer bringen.
Karajan und Co. in bester Qualität und ohne DRM

Karajan und Co. in bester Qualität und ohne DRM

Universal weitet sein MP3-Angebot auf Klassik aus
Universal verabschiedet sich in kleinen Schritten von DRM. Mit dem heutigen Launch des Webshops der Deutschen Grammophon startet Universal auch in Deutschland mit dem Vertrieb von MP3s ohne digitales Rechtemanagement.
MP3 ist besser

MP3 ist besser

DRM-freie Formate werden viermal häufiger gekauft
Eigentlich ist es logisch, aber manche Leute brauchen immer Zahlen, um die Realität anzuerkennen: MP3 verkauft sich wesentlich besser als DRM-geschützte Formate. Darauf verweist der Downloadshop 7digital.
Major im Abonnement

Major im Abonnement

Emusic will sein Angebot um DRM-freie Majorware erweitern
Nach Itunes und Amazon hofft nun auch der dritte große Downloadshop Emusic darauf, Majorware ohne DRM anbieten zu können. Bisher machte sich Emusic vor allem einen Namen als Anlaufpunkt für Independentmusik. Dies soll sich mit dem erweiterten Angebot nicht ändern.
DRM ade?

DRM ade?

Verzichten SonyBMG und Warner ebenfalls auf die digitale Rechteverwaltung?
AmazonMP3 ist erst wenige Tage online, da mehren sich im Netz schon die Anzeichen, dass Sony BMG und Warner ihre bisherige Haltung zu DRM schneller überdenken als erwartet. Zwei ranghohe Verantwortliche wagen zumindest einen vagen Ausblick in eine Zukunft ohne DRM.

Empfehlungen