Update: Yahoo Music schaltet DRM-Server ab

Gekaufte Songs künftig nicht mehr abspielbar - Kunden werden entschädigt
Was die Folgen von Digital Rights Management (DRM) sein können, erfahren derzeit die Kunden von Yahoo Music. Yahoo möchte nämlich zum 1. Oktober seine DRM-Server abschalten. Gekaufte kopiergeschützte Songs können somit nicht mehr auf neue Rechner übertragen werden.

Über die Gefahren von DRM haben wir an dieser Stelle häufig berichtet. Doch jetzt wird deutlich, dass es sich bei DRM in Wahrheit um ein Verfallsdatum handelt. Songs, die nur begrenzt kopiert werden können, sind früher oder später nicht mehr abspielbar.

Auch Kunden von MSN Music (Microsoft) wurden vor wenigen Monaten darüber informiert, dass der Kopierschutz mit dem schönen Namen "Playsforsure" (sic!) im Sommer diesen Jahres abgeschaltet werden soll. Nun schaltet Yahoo also auch die kopiergeschützte Musik kurzerhand ab und zwar ohne dem Kunden das Recht auf Umtausch oder Rückgabe einzuräumen.

Wer sich heute noch DRM-geschützte Files kauft, muss sich darauf gefasst machen, dass es sich in Wahrheit um eine besonders teure Form des Verleihs handelt. Denn die Anbieter setzen auf unterschiedliche Kopierschutzsysteme, was dafür sorgen kann, dass eine über Jahre aufgebaute Musiksammlung auf einen Schlag nicht mehr abspielbar ist.

Für den Kunden ist es mitunter schwer einzuschätzen, ob Musik mit oder ohne DRM angeboten wird. Ein Test von Tonspion zeigte kürzlich, dass nach wie vor der überwiegende Teil von gekaufter Musik DRM-geschützt ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte darauf achten, Musik nur im MP3 oder WAV-Format zu kaufen. Oder sichert sie ganz altmodisch auf einer CD.

UPDATE: Nach Druck von verschiedenen Seiten hat sich Yahoo nun dazu entschlossen, seine Kunden zu entschädigen. Interessanterweise findet die gesamte Diskussion auch innerhalb der Yahoo News statt, die u.a. von CNET geliefert werden. Die Electronic Frontier Foundation, die sich für Bürgerrechte im Netz einsetzt, begrüßte den Schritt von Yahoo als wegweisend für alle Anbieter, die immer noch auf DRM setzen.

Udo Raaf / Tonspion.de

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