Urteil im KaZaA-Prozess lässt auf sich warten

Ohne Ergebnis ist eine weitere Runde im Rechtsstreit um die Tauschbörsen KaZaA, Grokster und Morpheus zu Ende gegangen. Wegen der Komplexität des Verfahrens ist ein Urteil auch nicht allzu bald zu erwarten. Trotzdem machen sich findige Programmierer bereits daran, Open Source-Alternativen für KaZaA und Co. zu entwickeln.

Sollte er das Verfahren einstellen, wie es die Vertreter der Tauschbörsen forderten? Oder diese kurzerhand dazu zwingen, ihre Netze stillzulegen und damit den Forderungen der Entertainment-Industrie nachkommen? Richter Stephen Wilson konnte nicht so recht entscheiden, als es am vergangenen Montag in Los Angeles mal wieder um die Zukunft der drei Tausch-Programme KaZaA, Grokster und Morpheus ging. Deshalb erklärte er, sich in Zukunft genauer zu seinen Absichten äußern zu wollen. Wann dies genau sein wird, ließ Wilson offen. Eine Tendenz für oder wider die Tauschbörsen ließ er nicht erkennen.

Die Anbieter der drei Tauschprogramme waren im Oktober vergangenen Jahrs von der Film- und Musikindustrie wegen angeblicher Copyright-Verletzungen verklagt worden. Seitdem ist das Verfahren allerdings recht kompliziert geworden. Ende 2001 waren Grokster, KaZaA und Morpheus noch alle Teilnehmer des Fasttrack-Netzwerkes. Mittlerweile ist Morpheus ausgeschert und hat sich in das offene Gnutella-Netz eingeklinkt. Außerdem verkauften die niederländischen KaZaA-Besitzer ihr Programm an eine australische Firma.

Nun muss Wilson entscheiden: Kann KaZaA in Los Angeles vor Gericht gestellt werden? Die Musikindustrie will dies erzwingen, weil das Tauschprogramm unter anderem Geschäftsbeziehungen mit kalifornischen Werbevermarktern besitzt. Außerdem muss Wilson entscheiden, ob er noch gegen Morpheus vorgehen kann, obwohl das Programm an ein dezentrales, offenes Netz angeschlossen ist, auf das praktisch jeder Hobby-Porgrammierer Zugriff hat.

Fasttrack ist dagegen geschlossen und schwer durchschaubar. Die genauen Funktionsweisen der Programme werden von den KaZaA-Programmierern geheim gehalten. Dennoch versuchen jetzt gleich zwei Teams, ihre eigene Fasttrack-Software zu entwickeln. "Project Fasttrack" und "Rapid Road" denken dabei vor allen Dingen an die Zukunft des Netzwerks: Sollten die KaZaA-Betreiber irgendwann einmal gezwungen sein, ihr Programm abzuschalten, könnten ihre Programme zur neuen Heimat der mittlerweile fast vier Millionen Fasttrack-Nutzer werden. (jr)

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