US-Musikindustrie klagt wieder

Erneut sind Studenten die Beklagten. Bilanz der Klagen ist jedoch eher dürftig.

Die Recording Industry of America (RIAA) hat erneut Klagen gegen vermeintliche Musiktauscher eingebracht. Dieses Mal gerieten Nutzer des Forschungsnetzes „Internet2“ ins Fadenkreuz des Industrie-Verbandes. Insgesamt 64 Studenten an 17 Universitäten werden verdächtigt, das geschlossene Hochgeschwindigkeitsnetz „i2hub“ zur illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Musikdateien genutzt zu haben, berichtet Heise Online.

Die Klagewelle erscheint nur logisch, führt man sich vor Augen, dass die RIAA erst vor kurzem (gemeinsam mit dem Verband der Filmindustrie) dem Internet2-Konsortium als beratendes Mitglied beigetreten war. Zusammen mit der University Corporation for Advanced Internet Development will man neue Digital Rights-Management-Techniken entwickeln, die illegales Filesharing verhindern sollen.

Seit September 2003 hat die RIAA gegen mehr als 14.800 Tauschbörsennutzer ? darunter auch 880 Studenten ? wegen Urheberrechtsverletzung Klage eingereicht. Auch gegen 693 Nutzer von eDonkey, WinMX, LimeWire und anderen Tauschbörsen ist die RIAA erneut gerichtlich vorgegangen, was zumindest für WinMX und eDonkey den wohl endgültigen Todestoß bedeutete (siehe auch Tonspion-Artikel ?US-Tauschbörsen vor dem Aus?).

Die Bilanz dieser Klagen indessen ist trotz astronomisch hoher Strafen von 700 bis 150.000 Dollar, die der DMCA (Digital Millenium Copyright Act) für illegales Filesharing vorsieht, eher dürftig: Bislang wurde noch niemand verurteilt und nur 3.400 Personen und damit weniger als ein Drittel der in Anspruch Genommenen konnte dazu bewegt werden, einem außergerichtlichen Vergleich zuzustimmen.

Laut Presseberichten soll hingegen die Zahl jener Beklagten, die sich juristisch erfolgreich gegen die erhobene Vorwürfe zur Wehr setzen, ständig steigen. (md)

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