#verafake: RTL reagiert auf Böhmermann Coup bei "Schwiegertochter gesucht"

Personelle Konsequenzen bei RTL, aber kein Umdenken

Die RTL Presseabteilung äußert sich zum Skandal um die gefakte Sendung "Schwiegertochter gesucht", in die die Redaktion von Neo Magazin Royale einen Schauspieler geschmuggelt hatte. Die Trash-Sendung wird allerdings nicht entsorgt, sondern nur die Redaktion entlassen.

Bei "Schwiegertochter gesucht" werden schwer vermittelbare Menschen im Fernsehen vor Millionenpublikum vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Redaktion von Neo Magazin Royale hatte für die aktuelle Staffel einen Schauspieler als einsamen Junggesellen zum Casting geschickt und der wurde sofort genommen.

Vater Alkoholiker? Kein Problem! Der Teilnehmer selbst ganz offensichtlich nicht ganz zurechnungsfähig? Umso besser! So ging die Redaktion der RTL-Show vor und Junggeselle Robin entwickelte sich zum Star der Sendung. 

Am Donnerstag zeigte Neo Magazin Royale das mit versteckten Kameras aufgenommene Casting und machte deutlich, wie zynisch RTL bei der Auswahl der Kandidaten vorgeht, die für die komplette Sendung nur 150 Euro erhalten. 

Video: Böhmermann deckt Zustände hinter den Kulissen von "Schwiegertochter gesucht" auf 

RTL äußerte sich nun zu den erhobenen Vorwürfen, denkt aber offenbar gar nicht daran, das Gossen-TV-Format einzustellen. Schließlich schalten jede Woche Millionen ein, um sich an den von RTL als durchgeknallt dargestellten Teilnehmern aufzugeilen.
„Bei der Produktion einer Folge von 'Schwiegertochter gesucht' sind Fehler im Bereich der redaktionellen Sorgfaltspflicht gemacht worden.(...) Die Produktion der aktuellen Staffel wird daher von einem neuen Team realisiert." Es rollten also Köpfe hinter den Kulissen, während die Verantwortlichen für die Sendung und die Moderatorin natürlich verschont bleiben.

Von Moderatorin Vera Int-Veen, die im Fernsehen die sympathische Komplizin der Junggesellen spielt, kam bisher keine Redaktion auf den zweiten großen Skandal ihrer Fernsehkarriere. Bereits vor fünf Jahren wurde sie in ihrer Sendung "Mietprellern auf der Spur" dabei ertappt, wie sie bei einem offenbar geistig behinderten Jungen in die Wohnung eindrang und ihn mit ihrem Kamerateam verfolgte. 

Auch die Produktionsfirma Warner versucht sich mit Aktionismus aus der #verafake-Affäre zu ziehen: "Wir sind ihm komplett auf den Leim gegangen, denn er hat uns einen sympathischen Schwiegersohn präsentiert. Wir haben uns in ihn 'verliebt' und in diesem Fall gleichzeitig unsere redaktionelle Aufsichtspflicht missachtet. Wir werden dafür die Verantwortung übernehmen und inhaltlich sowie personell umstrukturieren".

In seiner Sendung kündigte ein sichtlich stolzer Jan Böhmermann an, dass auch andere Reality-Shows sich nicht mehr sicher fühlen könnten. Der nächste Grimmepreis scheint jedenfalls schon gebucht.

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