Verband der Musikindustrie hackt zurück

Software löscht P2P-Programme und Ordner
Mit stolz geschwellter Brust präsentiert der Tonträgerverband IFPI gemeinsam mit dem internationalen Filmverband MPA eine Software, mit der man Filesharing-Anwendungen und MP3 Ordner auf einem Rechner löschen kann. Damit dringt die Unterhaltungsindustrie einmal mehr in Gebiete ein, die bisher Hackern vorbehalten waren.

Die Applikation unter dem merkwürdigen Namen "Digital File Check" wurde von der dänischen Firma DtecNet entwickelt und wird nun von den nationalen Tonträgerverbänden zum Download angeboten. Gerechtfertigt wird die Bereitstellung der Software mit der Tatsache, dass in Tauschbörsen nicht nur illegal bereit gestellte Musik oder Filme kursierten, sondern dass die meisten Programme zudem mit Spyware und Viren verseucht seien. Schön, dass sich der Tonträgerverband so um unseren PC sorgt. Unschön nur, dass er die gleichen Methoden benutzt, wie die Hacker. Zumal es gegen Viren und Spyware bereits genügend Programme gibt, die sich heute auf jedem PC finden lassen sollten. Sie heißen Antivirenprogramme.

Da kaum zu erwarten ist, dass sich ausgerechnet P2P-Nutzer das Programm massenhaft herunterladen werden, sind vor allem Firmen die Zielgruppe der Aktion. Dort sollen zentral alle Filesharing-Applikationen zentral übers Netzwerk abgeschaltet werden können, um das Risiko zu minimieren, Mitarbeiter bei der illegalen Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten zu erwischen. Vor allem Universitäten verursachen nach wie vor die größten Datenströme durch Peer-to-Peer-Anwendungen.

Zur Hack-Software wurde außerdem eine Broschüre unter dem Titel "Copyright und Sicherheitsrichtlinien für Unternehmen" veröffentlicht, die vor den Gefahren des Filesharings warnen soll.
Ob die Aktion etwas nützt oder doch nur zu Gegenattacken provoziert wird sich zeigen. Bisher waren alle Maßnahmen, Filesharing zu bekämfpen kläglich gescheitert. (ur)

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