Verbraucherzentrale: Geld zurück für Southside, Hurricane und Rock am Ring

Katastrophensommer: Wer haftet für ausgefallene Festivals und Konzerte?

Die Festivals Rock am Ring, Hurricane und Southside sind 2016 total ins Wasser gefallen. Aber was passiert nun mit den bereits bezahlten Tickets, bekommt man die als Festivalbesucher erstattet? Die Verbraucherzentale Rheinland Pfalz gibt zum Thema Rock am Ring Auskunft.

Der Veranstalter Marek Lieberberg berief sich nach der Absage von Rock am Ring auf "höhere Gewalt" und natürlich kann ein Konzertveranstalter nichts dafür, wenn das Wetter partout nicht mitspielen will. Die Sicherheit der Besucher geht ganz klar vor. 

Doch auch die Festivalbesucher können nichts fürs Wetter und können nach Einschätzung des Anwalts der Verbraucherzentrale einen Teil des Eintrittspreises zurück verlangen und zwar anteilig zu den ausgefallenen Konzerten, je nach Wertigkeit der ausgefallenen Konzerte. 

"Müssen Teile einer Musikveranstaltung wegen höherer Gewalt ausfallen, dann entfällt dafür der Eintrittspreis. Betroffene Besucher können das gezahlte Eintrittsentgelt zurückverlangen, soweit bei dem Festival keine Leistung erbracht werden konnte."
(Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz)

Die Verbraucherzentrale rät deshalb dazu, das Geld für die ausgefallenen Konzerte eines Festivals schriftlich und mit einer Kopie des Tickets anteilig zurück zu verlangen.

Mehrkosten aufgrund von zusätzlichen Fahrten, Übernachtungen oder anderen mit der Absage verbundenen Kosten können allerdings nicht in Rechnung gestellt werden, betont die Verbraucherzentrale. Das fällt dann tatsächlich unter den Begriff "höhere Gewalt", sprich: niemand kann etwas dafür, deshalb bleiben alle auf ihren zusätzlichen Kosten sitzen.  

Der Veranstalter vom Rock am Ring hat nach dem vorzeitigen Abbruch des Festivals am Samstag auf seiner Website angekündigt, nach einem fairen Ausgleich zu suchen:

"Feststeht, dass das Prinzip der Fairness bei der Betrachtung der Ereignisse für alle Beteiligten und Betroffenen gleichermaßen gelten sollte. Wir werden uns in Eurem Interesse um diese faire Lösung einsetzen. Habt bitte noch etwas Geduld."  
(Marek Lieberberg auf Rock-am-Ring.de)

Inzwischen hat Lieberberg die angekündigte "faire Lösung" umgesetzt und bietet eine Teilerstattung der Tickets an. 

Ähnliche Ankündigungen gab es auch vom Veranstalter der größtenteils ins Wasser gefallenen Zwilings-Festivals Southside und Hurricane, den es dieses Jahr extrem hart getroffen hat. 

Angesichts dieser Umstände sollte man den Veranstaltern diese Zeit fairerweise einräumen, bevor man irgendwelche Forderungen stellt oder sogar mit einem Anwalt droht. Für einen Veranstalter ist eine solche Absage eine Katastrophe und tausende Briefe von enttäuschten Festivalfans zu beantworten kaum möglich. 

Im Zweifelsfall hilft ein Blick in die AGB der jeweiligen Tickets, denn dort sollten solche Dinge im Detail geregelt sein. Für die Unterkünfte beim Hurricane und Southside heißt es da beispielsweise:

"Im Falle einer Absage der Veranstaltung vor Übernahme der Mietgegenstände durch den Mieter, erfolgt eine Rückerstattung des Unterkunftanteils der Vertragssumme. Die Rückerstattung des Ticketanteils erfolgt auf Basis der Rückerstattungsregelungen der Kombitickets, die bei der Absage der Veranstaltung kommuniziert werden."
(Quelle: Hurricane.de)

Also wartet ruhig ein paar Tage ab, bis der Veranstalter die genaue Vorgehensweise auf der Homepage des Festivals offiziell bekannt gibt und schaut erst dann, ob ihr weitere Forderungen geltend machen möchtet oder mit der angebotenen Regelung leben könnt.

Immerhin muss auch der Veranstalter erstmal die Lage prüfen, mit Versicherungen sprechen, Verträge durchgehen und sehen was realistisch möglich ist. Fürs Wetter kann man bei einem Open-Air-Event leider niemand die Schuld geben.

Und natürlich muss ein Veranstalter auch sicherstellen, dass ihr im nächsten Jahr trotz des Horrorsommers 2016 nächstes Jahr gerne wieder kommt. Dann bei schönstem Sommerwetter und ganz ohne Regen. Denn schlimmer kann es eigentlich gar nicht mehr kommen.

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