Wenn der Morgen "eclectic" wird: KCRW und sein Musikarchiv

Wenn der Morgen „Eclectic“ wird, dann hat man sich wahrscheinlich beim kalifornischen Kultradiosender KCRW eingeloggt, geniesst das ausgezeichnete Musikprogramm oder wühlt im umfangreichen Archiv der Radiostation. Und das kann Wochen dauern...

Der Großteil unserer Republik versinkt in akkuter Radiodepression. Denn abgesehen von einigen wenigen Ballungsräumen wie in Berlin, ist allgemein Radio Gaga angesagt. Ein Bundesland wie Niedersachsen nervt seine Bürger mit mehr als 6 kommerziellen Chartsendern und lässt nur in wenigen Regionen Alternativen ausstrahlen. Dieses sind aber zumeist Bürgerradios und Spartensender wie Radio 21 rund um Hannover. Aber wer will schon den ganzen Tag Classic Rock der 70er und 80er hören...

Wie gut, dass es das World Wide Web gibt und sein riesiges Angebot an innovativen Radiosendern, bei denen man noch echte Aha-Erlebnisse auf musikalischer Ebene haben kann.
Vorgestellt werden soll hier nun einmal der kalifornische Kultsender KCRW, ohnehin schon vier Buchstaben mit hohem Stellenwert, bietet der Sender aber auch ein ausserordentlich gutes Archiv an. Besonders die morgendliche Sendung "Morning becomes eclectic" kann man als Mussprogramm bezeichnen.

Denn die Musiksendung hat fast jeden Tag gute Musiker im Programm und lässt diese Accoustic-Versionen ihrer neuen Werke vortragen. Highlights der vergangenen Wochen waren überzeugende Auftritte von Travis, Franz Ferdinand, Norah Jones oder Joss Stone. Auch David Bowie konnte als charmanter DJ überzeugen und stellte seine Lieblingslieder vor. Das alles kann rund um die Uhr als Stream in hervorragender Qualität abgerufen werden. Das Archiv beglückt uns zudem mit alten "Grant Lee Buffalo" oder sogar "Radiohead"-Auftritten. Viele Bands stellen ihre Accoustic-Songs aus eben jener Sendung mittlerweile als Downloads ins Netz, so geschehen bei Gus Black, den wir hier jüngst vorstellten.
Etwas lauter geht es zu bei ?New Ground?, einer weiteren Supersendung des Senders. Dort wird keinesfalls ausgestöpselt. Phantom Planet, Wheat, Pete Yorn oder Nelly Furtado hiessen die Highlights der vergangenen Wochen, der Franzose "Barth" zeigte sich dort letztens als Geheimtipp des Jahres und wer den Badly Drawn Boy mag, kann sich an Livesongs und einem ausführlichen Interview mit Damon Gough satthören.
Aber besonders für Entdecker sind Shows wie ?Morning becomes eclectic? oder ?New Ground? eine wahre Fundgrube. Denn dort wird oft das gespielt, was erst mit grosser Verspätung zu uns nach Deutschland gespült wird.
Natürlich umfasst das Angebot des Senders noch viel viel mehr grossartige Shows. Aber allein die zwei benannten lassen Musikfans das Herz bereits höher schlagen. Es lohnt sich. (os)

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