Wie war es eigentlich beim Konzert von Cut Copy?

Die australische Pop-Sensation im Live-Test
Ihr Tour-Schedule ist ewig lang, aber nur ein Konzert in Deutschland. Cut Copy spielten am letzten Donnerstag im Hamburger Neidclub. Ein schöner Abend mit gemischten Gefühlen.

Mit doppelter Erwartungshaltung stand man im Publikum: Erstens, ob es den drei Australiern - live unterstützt von einem vierten Mann - überhaupt gelingen kann, den unbeschreiblich dichten Sound ihres Debüts "Bright Like Neon Love" auch live umzusetzen. Zweitens, wie wohl das neue Material klingt, denn vom Ende des Monats erscheinenden neuen Werk sind bisher nur wenige Tracks bekannt. Auf Frage eins kann man entgegen, dass es gar nicht möglich sein kann, den Cut-Copy-Sound live zu transportieren; insofern präsentierte die Band auch wie erwartetet abgespeckte und schroffere Versionen ihrer ältereren Stücke ("Future", "Saturdays"). Mit dem frischen Songs verhält es sich ähnlich. Wobei "Lights & Music" oder das finale "Hearts On Fire" allerdings nicht nur ihre superbe Studio-Produktion vereint, sondern eben auch ihr großer Hook. Und der funktioniert bekanntlich auch live.

So zog keines der Stücke ohne wenigstens einen mitreissenden Moment an einem vorbei. Doch angefixt von der Hoffnung auf mehr, gab es dann die erste Enttäuschung des Abends: nach kaum 40 Minuten verabschiedete man sich ohne Zugabe. Die zweite Enttäuschung hängt vielleicht auch mit der ersten zusammen: denn das Cut Copy, eine Vorzeigeband des Qualitätslabels Modular im gerade einmal knapp noch einermaßen anständig gefüllten Neidclub spielen muss, ist schon befremdlich. Ganz abgesehen davon, ob das kommende Album überhaupt offiziell in Deutschland erscheinen wird.

So bleibt am Ende die Gewissheit, dass man diese Band wohl niemals mehr so nahe live erleben dürfte wie letzte Woche in Hamburg. Und dass man spätestens Anfang April den Downloadshop oder den Importservice eines guten Musikanbieters nutzen sollte.

Jan Schimmang / tonspion.de

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