Wie war´s denn eigentlich ... auf dem Summercase Festival?

Schwitzen in Madrid – Teil 2 u.a. mit den Flaming Lips und Bloc Party
Während sich der Rest der Tonspione nebst Chefredakteur die Zeit beim Melt! Festival vertrieb, stand in Spaniens Metropolen Barcelona und Madrid das Summercase Festival auf dem Programm. Florian Schneider setzte sich 35 Grad, zwei Tagen und vier Bühnen aus, hier Teil zwei seines Berichts.

Nach dem kräftezehrenden ersten Tag und der langwierigen morgendlichen Rückreise in die Hauptstadt lassen es viele der Festivalbesucher am zweiten Tag eher ruhig angehen. Um 22.00 Uhr ist noch viel Platz auf der Schotterwüste, nur vor der Bühne des ?Terminal S? drängeln sich die Leute dicht an dicht.

[PJ Harvey]
PJ Harvey ist mutig und wagt sich nur mit einer Gitarre bewaffnet auf die Bühne. Leider hat der Soundmann offensichtlich verschlafen, Harvey ist viel zu leise und kaum in der Lage das Gewummer von Lily Allen auf der Bühne hinter ihr zu übertönen. Schade!

[Flaming Lips]
Neben PJ Harveys Kleid der optische Höhepunkt des Festivals. Wayne Coyne dreht auf der Menge eine Runde im überdimensionalen Ballon, fordert gewohnt schnoddrig zum Mitmachen auf (?Come on, motherfuckers?) und schießt aus allen Rohren Konfetti, Luftballons und Pop. ?She Don`t Use Jelly? vereint die Menge zu einem kollektiven Chor und bei ?Do You Realize? liegen sich alle in den Armen. Großer Hippiekram.

[Bloc Party]
Man hat so seine Schwierigkeiten mit dieser Band und das ändert sich auch nicht nach ihrem Auftritt beim Summercase. Diese Musik geht an mir vollkommen vorbei, mein Gastgeber in Madrid findet`s allerdings ?ganz gut?. Na, dann.

[LCD Soundsystem]
Noch ein Höhepunkt, diesmal in Sachen Lautstärke. James Murphy gefällt sich wieder in der Rolle des Schreckgespenst für Mischer und dreht am Basslautsprecher, wann immer es ihm gefällt. Ähnlich intensiv wie !!!, allerdings weniger zwingend tanzbar. Beide an einem Tag hätten wohl im Kollaps geendet.

[Scissor Sisters]
Inzwischen ist jegliche Gegenwehr dahin und morgens um vier kann man sich so auch an den Scherenschwestern delektieren. Ein absurder Abschluss unter ein empfehlenswertes Festival, bei dem bis auf kleine Abstriche bei An- und Abreise alles perfekt organisiert war. Jedenfalls habe ich noch kein Festival erlebt, bei dem alle, wirklich alle Bands fünf Minuten früher als angekündigt auf der Bühne stehen. Ich komme wieder. (fs)

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