Wie war’s denn eigentlich bei Battles?

Das Quartett aus New York übertrifft sich selbst
Der Festsaal Kreuzberg ist ein schöner Laden – und an diesem Abend bickebacke voll. Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass hier eine wahrlich begeisternde Band aufspielt: die Battles.

Die Schlange vor dem Venue am Kottbusser Tor ist berteits um kurz nach 21 Uhr ungewöhnlich lang. Passierende vermuten eine Hochzeitsfeier ? aber weit gefehlt. Von der Ostküste der USA haben sich die Battles aufgemacht, um Berlin ein Donnerwetter zu verpassen.

Die Band um den ehemaligen Helmet-Drummer John Stanier und den Frickler Tyondai Braxton, Sohn des bekannten Musiker und Komponisten Anthony Braxton, reißt an diesem Abend alles nieder. Keine Vorband, kein Fierlefanz, keine Worte, sondern nur eines: die perfekte und kraftvollste Melange aus experimentellem Postrock und Elektronik. Nichts kommt vom Band, alles ist handgemacht und wird geloopt. Perfekt punktiert, groovend, virtuos, tight und eine wahres Freudenfest für die Sinne. Wer die Battles beim Melt!-Festival 2006 am eigene Leib erlebte, wird wissen, dass dies eigentlich nur schwer zu toppen war - aber sie haben es geschafft.

Die Menge staunt, ist angefixt und fasziniert ob einer fast unbeschreiblich großartigen, euphorisierenden Livedarbietung des Quartetts. Den Heimweg mit dem Rad bewältigt man in absoluter Rekordgeschwindigkeit, weil die Battles den Akku wieder aufgeladen haben. Randvoll mit Endorphinen möchte man eine Kurzmitteilung an Warp Records schicken und ihnen zu diesem vorzüglichen Signing gratulieren. Und ja, John Stanier ist definitiv ein Tier ? und eine wie ein Uhrwerk tickende Maschine. (bb)

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