Wie war`s denn eigentlich beim Konzert von Niels Frevert?

Der Hamburger spielt mit Band und Streichquartett in Berlin

Mit achtköpfiger Unterstützung war Niels Frevert am Mittwoch im alten Berliner Kinosaal Babylon zu Gast. Großartig und vielseitig war das - und merklich aufgeregt und herrlich unprätentiös war er.

Er macht Ansagen, als hätte er noch nie auf einer Bühne gestanden. Dabei ist Niels Frevert doch schon viel herumgekommen, sowohl solo als auch Anfang der Neunziger als Sänger der Band Nationalgalerie. Aber anstatt mit allen Wassern gewaschen, ist Niels Frevert merklich aufgeregt. Man kann das verstehen, denn es ist der Auftakt einer besonderen Tour, die ihn mit acht weiteren Musikern durch die Lande führt. Ein Streichquartett und vier weitere Musiker an Schlagzeug, Bass, Tasten und Vibraphon begleiten ihn und seine Songs.

Diese wurden im Zuge dieser quasi orchestralen Bandbesetzung aus ihrem Singer/Songwriter-Kontext herausgezogen und erstrahlten von Beginn an in einem umfassenderen Gewand. Zwischen Barjazz und Indiepop wurden die Songs des aktuellen Albums "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" vielseitig und mitreißend umgesetzt. Aber auch ältere Stücke wie "Seltsam öffne dich", das Frevert ausschließlich mit dem Streichquartett im musikalischen Rücken vortrug, oder die Coverversion von Udo Lindenbergs "Ein Herz kann man nicht reparieren" waren Highlights eines kurzweiligen Abends. Einem Abend, an dem man merkte, dass dieser Singer/Songwriter alles andere als ein abgezockter Profi oder verranzter Altstar ist. Niels Frevert ist "der Typ, der nie übt" - das macht ihn sympathisch und seine Musik so herrlich ehrlich und berührend.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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