Wie war´s eigentlich bei ... Maximo Park

Wo bitte geht’s zum Stadion?
"Ausverkauft" meldet das Schild am Kartencounter des Kölner Palladium. Sogar verlegt wurde der Auftritt von Maximo Park wegen der großen Nachfrage. Beste Voraussetzungen für einen stimmungsvollen Abend.

Pünktlich um 20:00 Uhr starten Blood Red Shoes in der umgekehrten White Stripes Besetzung. Sie an der Gitarre, er am Schlagzeug. Der fehlende Bass wird durch Double-Bassdrum und viel, viel Power ersetzt. Im Vergleich zu Maximo Park klingen Blood Red Shoes eine ganze Ecke lauter, härter und rockiger. Nach 30 intensiven Minuten, die mit mehr als wohlwollendem Applaus bedacht werden, bleibt viel Vorfreude auf das hoffentlich bald erscheinende Album der beiden sympathischen Engländer.

In den vergangenen zwei Jahren haben Maximo Park eine rasante Entwicklung genommen. 4000 Leute ziehen die fünf aus Newcastle inzwischen, vor zwei Jahren waren die Reihen im ungleich kleineren Düsseldorfer Zakk teilweise licht. Mit den Zuschauerzahlen steigen auch die Ansprüche und so haben sich Maximo Park gewaltig professionalisiert. Routiniert spielt die Band Hit auf Hit, während sich die ganze Konzentration des Publikums auf Paul Smith konzentriert. Der turnt und tollt über die Bühne, verfügt inzwischen über ein erstaunliches Repertoire an Rockstarposen aus dem Kapitel „Umgang mit dem Mikroständer“ und versucht mit rudimentären Deutschkenntnissen Punkte zu sammeln. Hat er gar nicht nötig, der Mob frisst ihm auch so aus der Hand, singt lauthals mit und liegt sich in den Armen. Nach einer atemlosen Stunde geht die Band zum ersten Mal ab. Erst im Zugabenteil bleibt ein bisschen Zeit zum Luftholen, bevor Maximo Park 4000 Leute mit den Worten "Enough is enough" und Graffiti verabschieden.

Maximo Park sind am Scheideweg! Zwischen Stadionrock und Indieklitsche. Kommunikation zwischen den Bandmitgliedern findet kaum noch statt, man hat den Eindruck, jeder macht sein Ding und hofft darauf, dass Paul Smith die Show schon schaukelt. So lange er das so professionell wie in Köln macht, geht das Konzept auf. Aber wehe der Frontmann hat einmal einen schlechten Tag, dann dürften Maximo Park in ihrer derzeitigen Verfassung leblos wirken.

Florian Schneider / Tonspion.de

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