Wie war`s eigentlich bei... Scott Matthew? (Konzert)

Die schöne Leichtigkeit der Melancholie
Vor zwei Jahren spielte seine Musik noch die Hauptrolle im Kinofilm "Shortbus". In Berlin spielte Scott Matthew nun wieder im Kino, aber einen Film braucht er dafür nicht.

Vom ersten Moment an herrscht eine nahezu andächtige Stille, als der schlacksige Scott Matthew die Bühne des fast ausverkauften Kino Babylon betritt und den Saal in sein wohlig-warmes Timbre taucht. Begleitet von Piano, Bass, Cello, gelegentlich einer kleinen Ukulele und einer Flasche Rotwein, spielt er sich über eine Stunde durch sein großartiges Debütalbum, für das er auch mehrere Songs aus "Shortbus" neu eingespielt hat. Und wie zu erwarten, zelebriert er Gefühlskino vom Feinsten, das die reichlich vorhandenen Pärchen im Publikum immer enger aneinander kuscheln lässt.

In seinen Ansagen sorgt Matthew desöfteren für eher unfreiwillig komische Momente, etwa als er sich wünscht, sich direkt bei seinem Cellisten einstöpseln ("plug-in") zu können, um sein Instrument zu stimmen. Die sympathisch verhuschte Bühnenpräsenz des schwulen Songwriters mit dem großen Bart steht in schönem Kontrast zur ironiefreien Darbietung seiner Songs. Und die waren an diesem schönen Abend im Babylon zweifelsfrei der Star.

"I`m not special but it helped to know that someone thinks I am" ("Abandoned")

Stücke wie "In The End", "Abandoned" oder "Ballad Dear" beweisen, dass Scott Matthew nicht nur ein charismatischer Sänger, sondern auch ein viel versprechender Songwriter ist, von dem man in Zukunft noch einiges erwarten darf. Für die Zugaben musste er diesmal allerdings noch auf Cover zurückgreifen. Für das restlos begeisterte Publikum spielte er u.a. Songs von Chet Baker ("Everything happens to me"), Joy Division ("Love Will Tear Us Apart") und Neil Young ("Harvest Moon") und machte auch diese ganz zu seinen eigenen.

Weitere Termine:
17.04.08 Dresden
11.05.08 Köln
13.05.08 Frankfurt
14.05.08 Schorndorf
19.05.08 München

Udo Raaf / Tonspion.de

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