Wie war`s eigentlich... beim Konzert von Hercules & Love Affair?

Daddy Cool und seine Gang bringen Köln zum Funkeln
Beim diesjährigen Melt! glänzten Hercules & Love Affair durch Abwesenheit. Bei der c/o Pop in Köln glänzte die Band aus New York zum Glück durch eine großartige Live-Performance. Und zeigte, dass sie viel mehr ist, als der aktuelle Hype vermuten lässt.

Inzwischen gilt es schon als schwer verdächtig, wenn alle Musikmedien sich auf eine Band einigen können und ein Debütalbum über den grünen Klee loben. Auch bei Hercules & Love Affair mehrten sich zuletzt die Stimmen, die von "überschätzt" sprachen. Doch live stellten sie anlässlich der c/o Pop in Köln klar, dass die Lorbeeren keineswegs unverdient sind.

Mit achtköpfiger Band betritt Mastermind Andrew Butler die Bühne des Kölner Gloria. Und die feuert von der ersten Minute eine Art Megamix ihres Debütalbums ab. Nur durch eine einzige kurze Pause unterbrochen, in der Butler seine Band vorstellte, hatte man das gesamte Konzert über das Gefühl, auf einer rauschenden Party gelandet zu sein. Mit spielerischer Leichtigkeit bringt die Band Disco, Funk und Electro unter einen Hut und kommt live noch wesentlich energiegeladener zur Sache als auf Platte.

Spätestens als Sängerin und Sexbombe Nomi den Hit "Blind" anstimmt, weicht der leise Verdacht, dass die Band ohne den einzigartigen Antony, der sich in New York eigenen Projekten widmet und mehrere Stücke auf dem Album eingesungen hatte, verloren sein könnte. Mit einem Kleid bestehend aus wenig mehr als ein paar Fäden, macht sie das Stück ganz zu ihrem eigenen und ersetzt die abgründige Melancholie Antonys durch ihre überaus sinnliche Lebensfreude. Auch mit ihr wäre das Stück ein totsicherer Hit und vielleicht sogar noch weiter verbreitet auf den Tanzflächen. Die zweite Sängerin Kim Ann Foxman, rein optisch eine lesbische Ausgabe der frühen Madonna, kontrastiert und ergänzt die lasziv hüftwackelnde Diva Nomi durch ihre sympathisch schüchterne Art.

Selbst ein eigentlich sterbenslangweiliges und abgenudeltes 70er Jahre Stück wie "The Reaper" von Blue Oyster Cult verwandelt die Band mit Hilfe von zwei "horny Boys" (Zitat Butler) an Posaune und Trompete in einen funky Partyhit. Das gut gemischte Publikum tobt und verlässt nach einer ausgedehnten Zugabe, dem "Hercules Theme", kollektiv glücklich und verschwitzt den Ort des Geschehens. Mehr braucht man nicht, um zu wissen: es ist nicht alles Hype, was glänzt!

Udo Raaf / Tonspion.de

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