Wie war´s eigentlich beim Konzert von Hot Chip?

Die britische Rasselbande live in Berlin
Auf Hot Chip können sich ja mittlerweile alle einigen. Eigentlich ziemlich langweilig, so ein Konsens. Dafür um so aufregender, dass die Band selbst wieder einmal beweist, dass sie nicht nur exzellente Studioarbeit vorlegen kann, sondern auch auf der Bühne State of the Art ist.

Sich selbst übertreffen ist oftmals das Schwierigste überhaupt. Insofern wäre es unfair, Hot Chip an ihrem letzten Berlin-Gig zu messen. Mehr als damals geht einfach nicht. Gestern ging im Berliner Postbahnhof allerdings trotzdem so Einiges.

Es begann schon mit einem herrlich spleenigen Support. Letter G nennt sich der Mann, der schnurstrack die Bühne betrat und eine Viertelstunde lang nur mit seinem Notebook bewaffnet, das einen Instrumental-4-to-the-floor nach dem nächsten ausspuckte, ein respektvoll staunendes Publikum zurück ließ.

Dann das erhoffte Konzert-Highlight. Von Anfang spielten Hot Chip ein Set ohne auch nur eine einzigen Durchhänger, Track an Track. Als der Opener in "Boy From School" überging war es wie ein Gongschlag zur großen Show: das hier vereint Club und Mainststream wie es niemand anderes schafft. Dabei eben noch wunderbar sympathisch, echte Typen. Alexis, das kleine Männchen mit der ungewöhnlichen Intonation und sein Schulfreund Joe, der mit seinen geschätzten 120 Kilo sich selbst und das Publikum so mitreissend in Bewegung bringen kann.

Das Verlangen nach der Synthie-Ekstase wurde dann etwa in der Mitte des Sets endgültig gestillt: "Over And Over". Vorbei war es jedoch noch lange nicht, es folgten die neuen Stücke, und - natürlich - wurde insbesondere "Ready For The Floor" gefeiert. Der Floor tobte mittlerweile schon längst, kam erst runter als sich die sechs Briten bei der Zugabe von ihrer balladesken Seite zeigten.

Gebührendes Finale dann ihr "No Fit State", das einem nochmal vehement deutlich machte, dass Hot Chip in puncto Sound definitiv eine der relevantesten Club-Pop-Bands der Gegenwart sind. Und dass es jeder Cent wert war, in diese Konzertkarte investiert worden zu sein.

Jan Schimmang / tonspion.de

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