Wie war`s eigentlich beim Konzert von Why?, Lali Puna, Bodi Bill u.v.a.?

Headquarter feierte mit einem dicken Line-Up seinen runden Geburtstag
Seit 10 Jahren, 10 Monaten und 10 Tagen schickt das Berliner Bookingbüro Headquarter internationale Bands kreuz und quer durch Europas Clubs. So etwas sollte man feiern - und zwar am besten in einer schicken Location und mit einem Programm, das sich sehen wie hören lassen kann.

Die Berliner Volksbühne war der Ort des Geschehens, an dem am Pfingstsonntag auf das Jubiläum angestoßen wurde. Auf mehreren Ebenen des alten Theaters bot die Bookingagentur einen Live-Einblick in ihr buntes Roster. Die Rosine im Geburtstagsprogramm, das im Roten Salon präsentiert wurde, fand man in dem Auftritt von Mount Eerie. Fragiler Minimalismus, der ganz schön smart sein kann. Die dicken Hauptattraktionen spielten sich dannn aber doch im großen Theatersaal ab.

Nach der eher langatmigen Popdarbietung der No Kids boten die lustig dreinschauenden Sympathen von Why? ganz Großartiges für Auge und Ohren. Leicht und unbeschwert spielten sie größtenteils Songs aus ihrem neuen Album "Alopecia". Perkussiv, abwechslungsreich, ungestüm und unkonventionell, dabei aber immer die guten Popmelodien und den Schalk im Nacken. Eine großartige Liveband! Dementsprechend blass und spröde kamen danach dann Lali Puna mit The Notwist-Sänger Markus Acher am Bass herüber. Die hauchende Stimme von Sängerin Valerie, die krampfhafte Pointiertheit der Drums und die plätschernde Elektronik verpufften schlichtweg im großen Saal. Von Verpufftem war bei Bodi Bill dann aber keine Spur. Das Berliner Trio machte, unterstützt von äußerst passenden Visuals, ordentlich Dampf und feierte mit den Gebliebenen auf dem Tanzflur. Dazu gab es einen guten Grund, denn auch sie hatten einen Geburtstag zu feiern: den Release ihres Zweitwerks "Next Time".

Danach war dann aber auch die Luft raus und der Großteil der Partygäste machte sich auf den Heimweg. Sie verpassten das Junior Boys-DJ Set und einen zu später Stunde stattfindenden Prefuse 73-Auftritt. Aber ganz ehrlich: es war auch einfach zu viel des guten Programms, um es in Gänze an einem Abend aufsaugen zu können.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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