Wie war´s eigentlich beim Konzert von Zoot Woman?

Breitwandpop live in Berlin

Die Messlatte haben sie sich selbst so hoch gelegt: das Aufregendste beim Konzert am Samstag waren die Schuhe des Sängers Johnny Blake, dieses rot reflektierende Leder. Darüber hinaus sind Zoot Woman zwar immer noch besser als viele andere. Aber man hatte mehr erwartet.

Die Messlatte haben sie sich selbst so hoch gelegt: das Aufregendste beim Konzert am Samstag waren die Schuhe des Sängers Johnny Blake, dieses rot reflektierende Leder. Darüber hinaus sind Zoot Woman zwar immer noch besser als viele andere. Aber man hatte mehr erwartet.Trotzdem haben Zoot Woman knapp mit 2:1 gegen ihre Kritiker gewonnen. Die beiden Pluspunkte resultieren daraus, dass erstens einem in den ca. 70 Konzertminuten so richtig bewusst wurde, welche Hits der Strippenzieher im Hintergrund Stuart Price und seine Kumpels auf gerade mal zweieinhalb Alben versammelt haben. Und zweitens zündete auch das neue bis dato noch unbekannte Material live auf Anhieb (seit letzter Woche hat die Band übrigens auch ihre zweite Single aus dem neuen Album, das bisher noch ohne Release-Date ist, auf einem großen Community-Portal kostenlos zum Download bereit gestellt).

Der Minuspunkt war aber die große Enttäuschung des Abends: Die Hälfte des Sounds kam vom Band. Das ist natürlich vollkommen okay, zumal das musikalische Mastermind schon lange nicht mehr zur Live-Besetzung gehört. Nur muss das dann bitte auch funktionieren. Und genau das war leider nicht der Fall. Johnny Blake stand mit seiner Kollegin und seinem Bruder allein auf der Bühne, konnte jedoch den Sound, den man von der Studioarbeit gewohnt ist, nur sehr bedingt transportieren. Selbst der Jahrhundert-Track sollte zwar das Finale sein, wirkte aber angesichts der flachen Klang-Performance fast schon ein bisschen jämmerlich.

Wall of Sound hatte man erwartet, bekam aber nur ein Mäuerchen geboten. Zoot Woman spielen doch in der Championsleague des Pop, dachte man sich, doch zwei Wochen zuvor haben beispielsweise Hot Chip sie im Vergleich schlichtweg - um in der Metapher zu bleiben - gegen die Wand gespielt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: ein Konzert mit Zoot Woman ist aufgrund ihrer unglaublichen Song-Resourcen immer noch sein Geld wert; smart und charismatisch präsentierte man sich und auch stimmlich konnte Blake überzeugen. Aber am Samstag in Berlin hätte man sich schon gewünscht, dass Zoot Woman die Euros, die sie in den letzten Monaten u.a. mit Konzerten für zwei große Markenartiklern verdient haben, in eine echte Liveband investiert hätten.

Jan Schimmang / tonspion.de

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