Wie war`s eigentlich... beim Radiohead-Konzert?

Ein überwältigendes Konzert samt Wolkenbruch und Feuerwerk

Die Wuhlheide ist schon seit Wochen ausverkauft. Nachdem man sich am späten Dienstagnachmittag aus den Öfis herausgeschält hat, reiht man sich in den Strom der Konzertgänger ein. Vorbei an Bierverkäufern, Bratwurstgrillern und Kartenhaien erinnert man sich während des Fußmarsches an das letzte Mal Radiohead in Berlin. Es war der 11. September 2001 – und ein unvergessliches Konzert.

Nach dem kurzweiligen Set der Berliner Modeselektor betritt die Band aus Oxford um kurz vor 21 Uhr die Bühne und eröffnet mit dem "In Rainbows"-Opener „15 Steps“ ihren Gänsehaut-Reigen. Nachdem der Tag bereits ein Wechselbad aus Sonnenschein und Wolkenbrüchen war, zog sich nach den ersten zwei Songs der Himmel zu. Bei „There, There“ regnete es - quasi wie bestellt - wie aus Kübeln. „Sorry about the rain“, so Sänger Thom Yorke, „but it’s a Radiohead-gig“.

In diesem Sinne ging es mit einer exquisiten Songauswahl aus dem Œuvre der Band und gern auch mit sympathisch verstimmten Gitarren weiter unter die nasse Haut. Yorke präsentiert sich in sehr spielfreudiger und tanzwütiger Laune und war selbst am zweiten Mini-Schlagzeug lauthals singend ein ansteckender Energieherd.

Viel zu schnell ist man dann schon bei der ersten Zugabe angelangt, die Yorke alleine am Klavier bestreitet. Mucksmäuschen still wird es in der Wuhlheide, bis die Massen den Radiohead-Sänger lauthals feiern, als dieser seine Gesangseinsätze dreimal versemmelt. Und plötzlich, während „House Of Cards“ im zweiten Zugabenblock, erstrahlt ein Feuerwerk am Himmel hinter der Bühne. Das passte, ganz so wie der Wolkenbruch zu Beginn dieses großartigen Konzertes. Nass bis auf die Haut und ein weiteres Mal gänzlich überwältigt zieht man mit „Street Spirit (Fade Out)“ im Ohr durch die dunkle Wuhlheide.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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