Winamp 5 steht vor der Tür

Dreimal werden wir noch wach – oder vielleicht auch öfter, so genau weiß das keiner. Jedenfalls steht die Veröffentlichung von Winamp 5 unmittelbar bevor. Alle Neugierigen können jetzt schon einmal anhand einer Beta-Version rausfinden, was aus der einst beliebtesten MP3-Abspiel-Software für PCs werden soll.

Fünf? Warum eigentlich fünf, werden sich sicher manche Beinamen-Nutzer fragen, die ihre MP3s weiterhin mit Winamp 2.x abspielen. Ganz einfach: Eigentlich sollte Winamp 2 durch Winamp 3 abgelöst werden. Die Nullsoft-Entwickler hatten gehofft, mit dieser Version aus ihrem klassischen MP3-Player ein modular erweiterbares System zu machen, das es auch mit moderner kommerzieller Software aufnehmen kann. Doch Winamp 3 erwies sich als zu schwerfällig und wies zu wenig Neuerungen auf, um genügend Nutzer für sich zu begeistern. Trotz umfangreicher Plugin-Schnittstelle fanden sich deshalb auch nur wenige Freiwillige, die Erweiterungen für den Player programmieren wollten.

Nun will Nullsoft das beste beider Welten in einem neuen Player kombinieren. 2 und 3 ergibt dabei in typischem Nerd-Humor natürlich 5. Ende November erschien nun eine Beta-Version des Programms. Schon nach dem ersten Start macht diese klar, dass sich Nullsoft endlich von der funktional-hässlichen Winamp-Oberfläche verabschiedet hat. An dessen Stelle ist ein schickes silberblaues Design getreten, dass Winamp gleich auch ein ganzes Stück übersichtlicher macht.

Geblieben ist das kompakte Format. Im Gegensatz zur Konkurrenz von iTunes bis Musicmatch füllt Winamp nicht den ganzen Bildschirm aus. Ein bisschen hat man sich aber trotzdem von der Konkurrenz abgeguckt. So gibt es jetzt endlich eine Medienbibliothek für Winamp, die das Verwalten einer MP3-Sammlung erleichtert. Auch dynamische Playlists sind nun begrenzt integriert und erlauben etwa das Abspielen aller Titel, die man sich noch nie angehört hat oder aller Lieblingssongs. Mit den komplexen iTunes Smart-Playlists kann dies jedoch nicht ganz mithalten.

Dafür lassen sich mit Winamp 5 jetzt auch CDs brennen. Auch das abspielen von Videodateien und -streams ist möglich, ruckelte im Test manchmal allerdings noch etwas arg. Dazu ermöglicht Winamp jetzt erstmals das Auslesen von CDs (rippen) ? allerdings nur ins AAC-Format. Wer MP3s will, wird die noch nicht verfügbare Pro-Version des Programm erstehen müssen. Diese soll dann auch das Brennen von Audio-CDs ermöglichen.

Insgesamt macht Winamp 5 einen guten Eindruck und könnte eingeschworene Winamp-Fans sicher über Jahres des Verzichts auf notwendige Features hinwegtrösten. Ob allerdings das Konzept der kostenpflichtigen Pro-Version aufgeht, bleibt fraglich. Schließlich kann iTunes alles, was Winamp Pro können soll ? und zwar umsonst. (jr)

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