Winamp-Alternativen: iTunes

Es muss nicht immer Winamp sein: In der zweiten Folge unserer Serie zu alternativer MP3-Software für PC-Nutzer werfen wir heute mal einen Blick auf iTunes für Windows – einen ambitionierten Neuling, der schon bald eine große Fangemeinde haben könnte.

?The best Windows app ever.? Nicht eben unbescheiden kündigte Apple vor rund einer Woche das Erscheinen von iTunes für Windows an. Und auch wenn das vielleicht übertrieben sein mag, lohnt sich ein Blick auf eine Software allemal, die kostenloses und unbeschränktes CD-Brennen ebenso verspricht wie MP3-Konvertierung in hoher Qualität.

Doch Vorsicht: Wer in den Genuss des Programms kommen will, muss Windows 2000 oder XP installiert und sollte einen Rechner mit mindestens 500 Mhz haben. Eine schnelle Netzanbindung ist ebenfalls zu empfehlen, denn schon die Installationsdatei wiegt satte 20 Megabyte. Und Windows-2000-Nutzer sollten vorsichtshalber vor der Installation noch mal ein Komplett-Backup machen. In Einzelfällen soll das Programm zu ärgerlichen System-Ausfällen geführt haben. Ach ja, und wer iTunes erlaubt, die Ordner der eigenen Musiksammlung umzuorganisieren, muss mit einer ganzen Reihe neuer Ordner auf seiner Festplatte rechnen. Aber die sind dann immerhin nach Musikern geordnet.

Ist das Programm dann erst einmal installiert, empfiehlt es sich, die Festplatte nach MP3-Dateien durchsuchen zu lassen. iTunes Stärken liegen nämlich im Verwalten großer digitaler Musiksammlungen. So nimmt es einem das Aufspüren der Schätzchen in verschachtelten Unterverzeichnissen ab, indem es eine Datenbank anlegt und alle Titel erst einmal alle als Teil einer großen Musikbibliothek anzeigt. Diese lässt sich dann blitzschnell durchsuchen ? noch während des Eintippens eines Suchworts grenzt iTunes die Auswahl ein. Natürlich werden dabei Metadaten ebenso durchsucht wie Dateinamen, so dass sich auch mal schnell alle Songs aus dem Genre ?Country? finden lassen. Wenn es dann da was zu finden gibt.

Eine weitere Stärke von iTunes liegt im Verwalten von Playlists. Neben der klassischen, manuell zusammengestellten Lieblingslied-Liste kennt iTunes auch so genannte ?Smart Playlists?, die sich automatisch auf Grundlage genau zu definierender Regeln anlegen lassen. So kann man nicht nur alle Tracks eines Musikers zu einer Liste zusammenfassen, sondern zum Beispiel auch alle MP3s, die man sich vorher noch nie angehört hat ? ein extrem praktisches Feature für Tonspion-Fans und andere MP3-Freunde, die gerne mal die neuesten Downloads irgendwo auf ihrer Festplatte vergessen. Im Gegenzug lassen sich natürlich auch ganz einfach die 10 am häufigsten abgespielten Songs auffinden. Und das beste daran: iTunes merkt sich diese Regeln, tauscht die Songs aber flexibel aus. Wer also seine Favoriten häufig wechselt, wird auch immer wieder neue Tracks in seiner Top 10-Playlist finden.

Dazu bietet iTunes die Möglichkeit, CDs in MP3s zu konvertieren oder sich aus MP3s eigene CDs zu brennen. Allein diese Features machen das Programm für Netzmusik-Fans schon interessant. Winamp zum Beispiel kennt derartige Möglichkeiten überhaupt nicht, die Musicmatch Jukebox bietet sie nur limitiert an. Weniger wichtig für die meisten Nutzer, aber nett im Firmen- oder Heimnetzwerk: iTunes erlaubt es seinen Nutzern, gegenseitig auf ihre Musiksammlungen zuzugreifen. Jedenfalls, so lange sie über ein lokales Netz miteinander verbunden sind und die aktuelle iTunes-Software installiert haben. Angeblich soll das auch zwischen Mac und PC problemlos klappen. Wer iTunes eh nur allein auf dem heimischen PC nutzt, kann diese Möglichkeit aber auch deaktivieren ? ebenso wie den iTunes Music Shop, auf den bisher nur US-Amerikaner Zugriff haben.

Alles in allem ist iTunes insbesondere für Musikfans mit einer großen, unübersichtlichen MP3-Sammlung ein mächtiges Werkzeug, das Ordnung schafft und dabei eine ganze Reihe sonst oft kostenfplichtiger Zusatzfunktionen für lau bietet. Fans schriller Winamp-Skins werden wahrscheinlich gelangweilt abwinken, doch für alle anderen ist iTunes durchaus einen Versuch wert. (jr)

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